TURQUOISE YACHTING CLUB

EP: „Overnight Part One“ (Irascible)

Das Quintett aus Lausanne veröffentlicht mit dieser EP, die erste Hälfte ihres neuen Albums. Es wird nicht nur ein neues Album geben, sondern auch der Stil der Band hat sich bewusst verändert. Auf dieser EP ist der Sound etwas grauer als bisher und sie spielen mit Cool Wave und Postpunk herum. Es sind moderne Sounds mit verschiedensten Synthesizern, aber auch ein paar analogen Instrumenten gespielt. Was uns die Lausanner hier zu Gehör bringen, tönt trotz des etwas düsteren Sounds wohltuend und nicht beklemmend. Wer nicht auf das ganze Album warten kann, kann loslegen und sich diesen Part One anhören.

Fredi Hallauer

THE YOUNG GODS

Album: „Appear Disappear“ (Two Gentlemen/Irascible)

The Young Gods aus Fribourg sind immer noch da und dieses Mal wieder so richtig wütend, rebellisch und aufbegehrend. Die Gitarre kratzt und jault, der Synthesizer dröhnt und das Schlagzeug jagt harte Schläge in den Sound. Die Stimme ist klar und unmissverständlich, konsequent, sie fordert und klagt an. Die Songs werden vorwiegend englisch, aber auch französisch gesungen. Sie erzählen vom Widerstand gegen das Weltgeschehen, was sollen wir tun, wie machen wir es, dass die Drohnen uns nicht auffressen und Ähnliches. Es wird gefordert, soviel Staub aufzuwirbeln, dass die Drohnen geblendet sind und sich selbst zerstören. Dann hat es auch ein Liebeslied an Franz Treichlers verstorbene Frau, ein wilder Tanz ist es. Ja, The Young Gods können es immer noch und verschmelzen ihren frühen Stil mit der heutigen Zeit. Viel Erfahrung und manche Jam stehen da dahinter. Ein Album, welches Preise gewinnen sollte.

Fredi Hallauer

NONANTE

Album: „Monate“ (Table Basse Records & Irascible)

Das Lausanner Quartett zog im Herbst nach Norditalien, in ein Steinhaus am Lago die Monate. Darum also der Albumtitel. Dort hat es immer geregnet und es war kalt in dem Haus. Alle Songs entstanden dort. Der Sound von Nonante ist weiterhin Post Punk, manchmal nahe bei Garage Rock. Der Bass wiederholt sich dauernd, die Gitarren sind einfach, nur selten verzerrt und der Gesang ziemlich im Hintergrund und kalt. Überhaupt ist die Musik ziemlich kühl bis kalt. Nonante ist Musik, die wahrscheinlich nicht alle mögen, darum vorher hineinhören.

Fredi Hallauer