ÇIÇEK TAKSI

Album: „Bin Dilde“

Das Quartett aus Bern mit der schweizerisch türkisch-kurdischen Sängerin Selin Dettwiler, dem Kontrabassisten Bidu Rüegsegger, dem Akkordeonisten Kaspar Eggimann und dem Klarinettisten Simeon Schwab spielt wunderbaren Folk. Auf dem Album „Bin Dilde“ sind alles türkische Volkslieder und vertonte Gedichte aus der türkisch-kurdischen Diaspora der Schweiz. Die Volkslieder handeln hauptsächlich von Liebe, die vertonten Gedichte sind tiefgründig melancholisch und erzählen sehr lyrisch von schwierigen Zeiten und vom Abschiednehmen, vom Weggehen. Selin Dettwiler singt das unaufgeregt, klar und sauber und erzeugt so die verlangte Tiefe der Lieder. Die exzellenten Musiker verstehen es, ohne türkische Wurzeln, die passende und sehr gefühlsvolle Musik dazu zu machen. Nicht nur das Akkordeon und die Klarinette weben die Fäden um die Melodie, denn der Kontrabass hilft da kräftig mit. Er spielt ebenso fein und filigran wie die anderen Instrumente. Zusammen mit dem Gesang ergibt das einen wunderschönen farbigen Stoff mit schönem Muster oder Bild. Das Album ist schlicht aufgemacht, alle Texte liegen im Booklet sowohl türkisch wie deutsch vor, ebenso die Angaben zu den Dichtern.

Homepage https://cicektaksi.ch/

Fredi Hallauer

CAFE TÜRK

Album: „Dogu Ekspresi“

Cafe Türk ist eine schweizerische Fusion Rockgruppe mit türkischen Einflüssen. Genauer gesagt, der Leader ist ein in der Schweiz lebender Türke. Die Band wurde 1984 gegründet, fiel einmal in den Winterschlaf und ist nun zu neuem Leben erwacht. Er will aber eigenständige Musik machen und es soll nicht türkischer Popsound sein und das gelingt ihm und der Band auch. Die neun normal langen Titel sind sehr unterschiedlich, und sie erzählen im gesamten die Zugreise von Ankara nach Kar an der türkisch-armenischen Grenze. Der Dogu Ekspresi fährt dort in 26 Stunden, 1001 Meilen (ca. 1.611 km) durch Anatolien. So hört man den Zug stampfen, die weiten Ebenen Ostanatoliens werden bildlich, manchmal reitet eine Karawane den Zug entlang, die romantische blaue Nacht spielt ebenfalls eine Rolle und natürlich „Ayla“. Man kann diese Klänge auch Worldmusik nennen, sie ist absolut spannend. Zu diesen Klängen kann man tanzen oder vor sich hinträumen, beides tut gut.

Hier kann man sich das Album anhören https://mx3.ch/cafetuerk

Fredi Hallauer