LEA GASSER 5TET

Album: „Circles“ (Neuklang)

Das Lea Gasser 5tet ist, wie der Name sagt, ein Quintett, und zwar ein Jazz-Quintett. Dazu gehören Lea Gasser (Akkordeon und Komposition), Samuel Urscheler (Altsaxophon, Sopransaxophon, Flöte), Mirko Maio (Piano, Fender Rhodes), Emilio Giovanoli (Kontrabass) und Romain Ballarini (Schlagzeug). Sibyl Hofstetter bereichert bei ein paar Stücken, das Quintett mit ihrer Stimme. Dies ist keine Akkordeon dominierte Musik, sondern ein Ensemblewerk, wo alle Musiker:innen ihren Platz bekommen. Geschrieben hat Lea Gasser die Musik in Island, dem Land von Feen und Trollen, Gletschern und Geisyren. Es sind eher filigrane Stücke, die manchmal etwas handfester werden und sich zum Kammerjazz zählen dürfen. Musik zum Zuhören und Geniessen, denn es ist wunderbar, was diese Musiker:innen hier spielen, und auch die Kompositionen sind sehr speziell.

Fredi Hallauer

MAJA TAUBE & JAN GALEGA BRÖNNIMANN

Album: „Live aus dem Kohlenhof“ (maja@majataube.de/jangalega@brinkmanship.ch)

Für dieses Album sind zwei Musiker:innen zu einem sehr kreativen Duo geworden. Maja Taube aus Deutschland spielt die elektroakustische Harfe und Jan Galega Brönnimann aus der Schweiz spielt die Bassklarinette, das Sopransaxophon, die Ney und Zurnaduduk. Da treffen also zwei verschiedene kreative Menschen aufeinander, mit Instrumenten, welche man so nicht zusammenfügen würde, und das Resultat ist grossartig. Es verbiegt sich niemand für diese Musik, sie passt einfach zusammen. Stilmässig ist es schwierig zu schubladisieren, vielleicht Kammerjazz oder zeitgenössische Kammermusik, einfach wundervolle Musik. Beide Instrumente übernehmen immer wieder die Führung, die Melodie und beide können auch in der Begleitung bleiben. Die Stücke haben fantasievolle Namen wie Kohlenhof (Ort des Konzertes), Sisters, Abschied, Feuerorgel, Choral oder Störfeld. Es ist ein Genuss, dieser feinen, leisen und filigranen Musik zu lauschen.

Fredi Hallauer

BLAU SALVATGE

Album: „Hiraeth“(Microscopi)

Blau Salvatge ist eine achtköpfige Kammerjazz-Formation mit dem Vibraphonisten Joan Perez-Villegas. Er und weitere Musiker:innen leben in der Schweiz und haben die verschiedensten Nationalitäten oder stammen aus den verschiedensten Landesteilen der Schweiz. Zur Band gehören Zoë Gordeon an der Violine, Nancy Meier bläst die Flöten, Paula Häni bläst die Klarinetten, Felix Grandjean die Trompete und das Flügelhorn, Pere Molines die Posaune, Tabea Kind streicht und zupft den Kontrabass und Nicolas Bianco bearbeitet das Schlagzeug und bläst auf der Mundharmonika. So vielseitig wie diese Zusammensetzung ist, klingt sie auch. Die Stücke sind ziemlich auskomponiert, aber jedes Instrument hat seine Räume. Der Bandleader und Komponist hat eine Vorliebe für Volkslieder und Bräuche sowie für Geschichten. So hat er einige Lieder umgesetzt, aber auch Erzählungen und Geschichten vertont. „Vou Veri Vou“ ist ein Arrangement über ein marokkanisches Schlaflied. Es wird gesungen von Julia Colom und der Hackbrettspieler Nayan Stalder steuert seine Töne bei. „Non Manca Niente“, ein katalanisches Lied, singt in diesem Arrangement Francesca Gaza. Eine spannende Idee war es, von allen Mitgliedern der Band ein Lieblingslied aus der Kindheit in ein Gesamtwerk zu arrangieren. Das gibt es zu hören als „A Childish Tantrum“, wo Mike Maurer mit dem Alphorn unterstützt. Es gibt Lieder aus der deutschen und der französischen Schweiz, aus Deutschland, Spanien, Amerika und weiteren Ländern. Blau Salvatge ist ein hervorragendes Album gelungen, bei welchem man durch genaues Zuhören immer wieder neues entdeckt.

Fredi Hallauer