VARIOUS ARTISTS

Album: „In Covid We Trust“ (LuxNoise Records)

Dreizehn Songs, dreizehn Schweizer Bands mit neuen Punk und Garagenrock Songs. Die Bands gibt es zum Teil schon lange, sehr lange oder es sind junge Bands. Also ein Querschnitt durch die Szene. Es geht bei allen Songs so richtig zur Sache. Die dreizehn Songs dauern 34 Minuten, also Durchschnitt unter drei Minuten, genau richtig für Punk. Hier eine Auswahl der beteiligten Bands: Bitch Queens, Delilahs, Tight Finks, Monofones, WolfWolf, Uristier, The Monsters und sechs weitere Bands im ähnlichen Stil. Natürlich ist bei allen Songs Covid das Thema auf mehr oder weniger zynisch, satyrische Art. Dies ist eine tolle Zusammenstellung der Bands aus dieser Szene, dazu tolle Musik, was will man mehr.

Fredi Hallauer

DEAD MILLY

Album: „Reset“ (Sailing For Peace Record)

Die Zürcherinnen, ja richtig gelesen, das ist eine richtige tolle Frauenband zwischen Punk und Rock, also Frauenpower. Die Frauen mögen nicht mehr schweigen und machen das Maul auf, schreien und singen laut in die Welt hinaus was sie bedrückt, was sie wütend macht. Gitarre, Bass und Schlagzeug, also die klassische Trio Besetzung mit Gesang und Background, alles von den drei Musikerinnen übernommen. Es tönt nicht immer nur brachial, „Lucy“ hat einen sehr verspielten Anfang, der immer wieder kommt, dazwischen ist es aber dann sehr laut und hat Metalelemente. „Clouds“ beginnt wie ein Folksong, mit Folkgitarre, zweistimmigem Gesang und man erwartet dann immer den ultimativen Power, der ist zwar vorhanden aber wird schön langsam aufgebaut und bleibt ein herrlicher Folkrocksong. So gibt es bei Dead Milly viel zu entdecken, zu geniessen oder einfach mit den Frauen die Wut rauszuschreien.

Fredi Hallauer

DIE AERONAUTEN

Album: „Neun Extraleben“ (Tapete Records/Irascible)

Ja die Aeronauten gibt es noch einmal mit neuen Liedern zu hören und das in alter Frische. Olifr Maurmann starb im Januar 2020. Die Bandkollegen haben sich nach der Trauer und im Lockdown zusammengerauft und die Materialien, welche bereitstanden, da sie ja mit Olifr Maurmann an einem neuen Album gearbeitet hatten, zu einem Album gemacht, nicht zuletzt auch für Olifr Maurmann. Da ist alles zu hören, was man von den Aeronauten kennt, da ein Funken Punk, dort eine gehörige Portion Rock’n’Roll, hier Melancholie und viel Optimismus. Die schrägen Ideen der Texte machen Spass. Etwas wehmütig wird einem wenn man Oli Maurmann singen hört „Mir geht’s gut“ obwohl er Herzprobleme hatte, oder auch im Titelsong, wo er neu beginnt und singt „Jetzt weiss ich wie es geht“. Überhaupt das Thema Aufbruch, wieder aufstehen wenn es einem umhaut und weitermachen, sind die zentralen Themen dieses Albums. Dies ist nach 30 Jahren Aeronauten ein Album das so frisch tönt als wäre es ihr erstes.

Fredi Hallauer