KRUGER BROTHERS & KEISER TWINS

Album: „Carolina Roots“ (Swiss Tex Music/iMusician)

Auf diesem Album spielen die beiden Krüger Brüder nicht mit ihrem angestammten Bassisten, sondern mit Peter Keiser am Bass. Da es die keiser Zwillinge nur zusammen gibt, übernimmt Walter Keiser das Schlagzeug und die Perkussion. Was so auf der Affiche den Eindruck macht, schade da geht ja das Banjo und die Gitarre unter, ist nicht so. Gerade das Schlagzeug, das bei uns bei den Kruger Brothers nicht dabei ist, bringt sehr viel und stützt das quirlige Banjospiel, hebt es sogar noch mehr hervor. In den USA spielen die Kruger Brothers übrigens sehr oft mit einem Perkussionisten zusammen. Stücke mässig geht es quer durch den amerikanischen Musikgarten. Eigene Songs, wie das Anfangsstück „Swing That Maul“ und weitere aus dem Auftragswerk der Southern Pacific Railway Company, sind dabei, Dann ein paar Traditionals wie „Deep Ellum Blues“, „Carolina Mountain Memories“ oder „Darling Corey“. Das „Dont’t Think Twice“ von Bob Dylan, eine Eigenkomposition der keiser Twins, „People Get Ready“ von Curtis Mayfield und zum Schluss noch „Streets Of London“ von Ralph McTell. Wer sich nun fra,gt, brauche ich diese alten Klassiker noch, dem kann ich nur sagen, so hat man sie noch nie gehört. Einverstanden, der Gesang ist Kruger Brothers, etwas rauh und kantig und amerikanisch, aber das Banjo und die Gitarre sind auch Kruger Brothers, aber einsame Weltspitze. Wer so leicht und quirlig Banjo spielen kann und tut und fast blindlings der Gitarre vertrauen, welche nicht weniger quirrlig ist. Aber auch Bass und Schlagzeug haben bei diesem Album ihren Stellenwert.

Fredi Hallauer

ANDREAS VOLLENWEIDER

Album: „SlowFlow & Dancer“ (MIG-Music)

An diesem Album hat Andreas Vollenweider seit 2010 gearbeitet, natürlich mit grösseren Unterbrüchen und nun hat er das Album fertiggestellt. Es ist zweigeteilt in den Slow Flow Teil, wo ruhige, fliessende Musik zu hören ist und in Dancer, wo es um Bewegung und Rhythmus geht. Immer steht die Harfe von Andreas Vollenweider im Zentrum. Mit dabei sind Streicher, Bläser und natürlich seine Friends wie Walter Keiser, Andy Pupato, Daniel Küffer und Oliver Keller und auch Steff La Cheffe beatboxt ein paar Mal. Das Resultat ist ein vielseitiges Album im Stile von Andreas Vollenweider und es ist ab den ersten Tönen unverkennbar Vollenweider. Was man aber rasch bemerkt, ist dass der Klang fantastisch und sehr transparent ist. Jeder feine Ton, leises Instrument ist präsent und ertrinkt nicht irgendwo in einem Musiknebel.

Fredi Hallauer

PAMPLONA GRUP

Album: „Teppich“ (Irascible)

Die achtköpfige Band aus dem Raum Zürich spielt elf Instrumentaltitel. Sie blasen, zupfen, streichen und trommeln und weben so ihren Klangteppich. Mal ist es feineres Material was sie verweben und dann wieder gröbere Fäden, dazwischen gibt es auch mal einen Knopf, ein Loch oder sonst eine Überraschung. Als Endresultat liegt ein Teppich vor oder eben elf Musikstücke. In welchen Stil diese gehören ist sehr offen. Kopfkino ist für die Stücke mit meistens deutschen Titeln angesagt. Es ist aber nicht einfach nur liebenswürdige und nette Musik, nein auch Krieg oder Abgrund sind beispielsweise thematisiert. Pamplona Grup spielt wirklich verblüffende Musik zwischen allen Genres.

Fredi Hallauer

KÜFFER PERRIN SCHIAVANO GIGENA

Album: „Convivencia“ (kueffer-perrin.com)

Dieses Quartett macht Flamenco auf ihre Art, wie man ihn, zumindest in der Schweiz selten bis nie hört. Regula Küffer (Flöte), Nicolas Perrin (Flamencogitarre), Antonio Schiavano (Bass) und an der Perkussion German Papu-Gigena musizieren aus einem Guss. Alle Kompositionen sind von Nicolas Perrin. Die Musik wird wirklich von einem Quartett als Ganzes gespielt und nicht einfach ein Gitarrist der begleitet wird. Da ist zum einen die Flöte, welche die Melodien spielt oder aufnimmt, aber auch Rhythmisches grandios meistert. Dann natürlich die Gitarre mit den typischen schnellen Läufen und den harten Riffs, aber auch da gibt es immer wieder leise, feine sehr melodiöse Töne. Der Bass soliert dazwischen auch und bringt vielleicht eine Prise Jazz hinein. Die Perkussion ist immer dezent aber trotzdem prägnant zu hören, manchmal auch kurze solistische Einlagen, sonst aber umspielt sie auf gekonnte Art die Rhythmen umd sie dann auch wieder direkt zu spielen. Es ist ein Instrumentalalbum mit Musik zum Geniessen und um das tun zu können muss man nicht einmal Flamenco Fan sein, aber Flöte und akustische Gitarre mögen mit etwas schnelleren Rhythmen.

Fredi Hallauer

RIO WOLTA

EP: „Blaubart“ (Sihlfeld Produktionen/Irascible)

Der Zürcher Rio Wolta wurde nach Moskau eingeladen um in fünf Wochen ein Stück zu schreiben zu der Geschichte von „Blaubart“ für das Tanzensemble „Provincial Dances“ unter Leitung der Starchoreographin Tatiana Baganova. Das Stück wurde dann im Rahmen des American Dance Festivals gezeigt und demnächst in der New Opera in Moskau. Rio Wolta ohne seinen Gesang, also sozusagen Instrumentalstücke mit irgendwelchen Hintergrundstimmen bei zwei der fünf Titel. Diese Einspielung ist eine Kurzversion mit fünf Titeln und 22 Minuten Dauer. Die Musik ist spannend, manchmal Rhythmus lastig manchmal verträumt. Aber irgendwie fehlt einem doch etwas. Ich habe das Gefühl wenn man den Tanz sieht, wirkt die Musik noch viel besser.

Fredi Hallauer

EVELYN & KRISTINA BRUNNER

Album: „Mäander“ (info@evelyn-kristina-brunner.ch)

Die beiden genialen Musikerinnen, welche auf vielen Alben in den verschiedensten Besetzungen zu hören sind, haben wiederum ein Album im Duo aufgenommen. Da ist nicht anderes zu hören als Schwyzerörgeli, Cello und Kontrabass. Wer jetzt aber denkt, das ist spärlich, merkt beim Hören, wieviel und wie vielseitig diese Instrumente nutzbar sind. Die Musik ist auf höchstem Niveau gespielt. Viel verspieltes aber auch melancholisches kommt zum Zuge. Schon alleine wie die beiden das Schwyzerörgeli spielen ist phänomenal. Wenn sie dann entweder das Cello oder den Kontrabass dazunehmen wird es spannend. Wunderbare Stellen sind die, bei welchen das Cello oder der Kontrabass vorspielt (wie es in der Volksmusik heisst). Wer aber einfach Ländlermusik erwartet liegt hier falsch, Volksmusik ja, aber die heutige hohe Kunst der Volksmusik, welche aber trotzdem so einfach klingt, dass sie wohltuend wirkt. Dazwischen spielen die Beiden auch Cello und Kontrabass zusammen, ohne Örgeli, und werden musikalische Grenzgängerinnen. Überhaupt sind diese Klänge eine Mischung aus Volksmusik, Jazz und Klassik, halt einfach tolle Musik. Da es Instrumentalmusik ist, wird einem nichts vorgesungen höchsten die Titel geben eine Stütze. Die heissen z.B.: „Rondell“; „Chunnt scho guet“, „Odcast-Schottisch“ oder „Loube“. Musik zum Geniessen und den Tag ausklingen zu lassen, gerade jetzt wo die Abende länger werden.

Fredi Hallauer