PAMPLONA GRUP

Album: „Teppich“ (Irascible)

Die achtköpfige Band aus dem Raum Zürich spielt elf Instrumentaltitel. Sie blasen, zupfen, streichen und trommeln und weben so ihren Klangteppich. Mal ist es feineres Material was sie verweben und dann wieder gröbere Fäden, dazwischen gibt es auch mal einen Knopf, ein Loch oder sonst eine Überraschung. Als Endresultat liegt ein Teppich vor oder eben elf Musikstücke. In welchen Stil diese gehören ist sehr offen. Kopfkino ist für die Stücke mit meistens deutschen Titeln angesagt. Es ist aber nicht einfach nur liebenswürdige und nette Musik, nein auch Krieg oder Abgrund sind beispielsweise thematisiert. Pamplona Grup spielt wirklich verblüffende Musik zwischen allen Genres.

Fredi Hallauer

KÜFFER PERRIN SCHIAVANO GIGENA

Album: „Convivencia“ (kueffer-perrin.com)

Dieses Quartett macht Flamenco auf ihre Art, wie man ihn, zumindest in der Schweiz selten bis nie hört. Regula Küffer (Flöte), Nicolas Perrin (Flamencogitarre), Antonio Schiavano (Bass) und an der Perkussion German Papu-Gigena musizieren aus einem Guss. Alle Kompositionen sind von Nicolas Perrin. Die Musik wird wirklich von einem Quartett als Ganzes gespielt und nicht einfach ein Gitarrist der begleitet wird. Da ist zum einen die Flöte, welche die Melodien spielt oder aufnimmt, aber auch Rhythmisches grandios meistert. Dann natürlich die Gitarre mit den typischen schnellen Läufen und den harten Riffs, aber auch da gibt es immer wieder leise, feine sehr melodiöse Töne. Der Bass soliert dazwischen auch und bringt vielleicht eine Prise Jazz hinein. Die Perkussion ist immer dezent aber trotzdem prägnant zu hören, manchmal auch kurze solistische Einlagen, sonst aber umspielt sie auf gekonnte Art die Rhythmen umd sie dann auch wieder direkt zu spielen. Es ist ein Instrumentalalbum mit Musik zum Geniessen und um das tun zu können muss man nicht einmal Flamenco Fan sein, aber Flöte und akustische Gitarre mögen mit etwas schnelleren Rhythmen.

Fredi Hallauer

RIO WOLTA

EP: „Blaubart“ (Sihlfeld Produktionen/Irascible)

Der Zürcher Rio Wolta wurde nach Moskau eingeladen um in fünf Wochen ein Stück zu schreiben zu der Geschichte von „Blaubart“ für das Tanzensemble „Provincial Dances“ unter Leitung der Starchoreographin Tatiana Baganova. Das Stück wurde dann im Rahmen des American Dance Festivals gezeigt und demnächst in der New Opera in Moskau. Rio Wolta ohne seinen Gesang, also sozusagen Instrumentalstücke mit irgendwelchen Hintergrundstimmen bei zwei der fünf Titel. Diese Einspielung ist eine Kurzversion mit fünf Titeln und 22 Minuten Dauer. Die Musik ist spannend, manchmal Rhythmus lastig manchmal verträumt. Aber irgendwie fehlt einem doch etwas. Ich habe das Gefühl wenn man den Tanz sieht, wirkt die Musik noch viel besser.

Fredi Hallauer

EVELYN & KRISTINA BRUNNER

Album: „Mäander“ (info@evelyn-kristina-brunner.ch)

Die beiden genialen Musikerinnen, welche auf vielen Alben in den verschiedensten Besetzungen zu hören sind, haben wiederum ein Album im Duo aufgenommen. Da ist nicht anderes zu hören als Schwyzerörgeli, Cello und Kontrabass. Wer jetzt aber denkt, das ist spärlich, merkt beim Hören, wieviel und wie vielseitig diese Instrumente nutzbar sind. Die Musik ist auf höchstem Niveau gespielt. Viel verspieltes aber auch melancholisches kommt zum Zuge. Schon alleine wie die beiden das Schwyzerörgeli spielen ist phänomenal. Wenn sie dann entweder das Cello oder den Kontrabass dazunehmen wird es spannend. Wunderbare Stellen sind die, bei welchen das Cello oder der Kontrabass vorspielt (wie es in der Volksmusik heisst). Wer aber einfach Ländlermusik erwartet liegt hier falsch, Volksmusik ja, aber die heutige hohe Kunst der Volksmusik, welche aber trotzdem so einfach klingt, dass sie wohltuend wirkt. Dazwischen spielen die Beiden auch Cello und Kontrabass zusammen, ohne Örgeli, und werden musikalische Grenzgängerinnen. Überhaupt sind diese Klänge eine Mischung aus Volksmusik, Jazz und Klassik, halt einfach tolle Musik. Da es Instrumentalmusik ist, wird einem nichts vorgesungen höchsten die Titel geben eine Stütze. Die heissen z.B.: „Rondell“; „Chunnt scho guet“, „Odcast-Schottisch“ oder „Loube“. Musik zum Geniessen und den Tag ausklingen zu lassen, gerade jetzt wo die Abende länger werden.

Fredi Hallauer