COLD READING

Album: „ZYT“ (Young & Aspiring)

Das Luzerner Quintett ist nun nach zwei EP’s mit dem Album da, welches die beiden EP’s mit einschliesst und natürlich erweitert. Es ist ein Konzeptalbum über die Vergangenheit, die Gegenwart und nun die Zukunft. Gewisse Themen erscheinen immer wieder, aber in einer anderen Hörweise. Klar ist das mit „Through The Woods“, zu dem es als Zusatz noch ein neunminütiges Hörspiel gibt um noch alles klarer zu machen. Cold Reading haben ein geniales Songwriting und natürlich verstehen sie dies auch auf ihren Instrumenten auszudrücken, ohne Computer. Stilmässig gehören sie in den Progrock mit ausflügen in den Artrock. Von leicht psychedelischen Stellen zu punkrockigen Ausbrüchen, Gitarreneskapaden und Keyboardswänden fehlt nichts. Eine Band die mit dem Album punkten kann. Wem die EP’s nicht gefallen haben, soll sich trotzdem das Album anhören, als Ganzes kommt es ganz anders rüber.

Fredi Hallauer

GOB RIBBONS

EP: „Attain – Maintain“ (Little Jig Records)

Die Luzerner Band liebt es lange Stücke zu spielen, so dauert diese EP mit drei Songs, 27 Minuten. Das Quintett spielt Progrock und Postrock und baut wahre Soundcollagen zusammen. Manchmal sind die verhallten und echoisierten Texte von Politikern und anderen Stimmen ein bisschen viel. Es ist aber gnügend Musik zu hören und die Passagen mit der hervorragenden Musik sind auch lange genug ohne Unterbrechung. Teilweise erinnert der Sound an Pink Floyd, nur deutlich härter, realistischer und nicht verträumt und psychedelisch. Die Gesangsstimme ist gewöhnungsbedürftig aber man kann gut damit leben, da es viele instrumentale Passagen gibt, wo sich Gitarren und Keyboards ein tolles Zusammenspiel, aber auch einen Konkurrenzkampf liefern, auf einem wilden Teppich von Schlagzeug und Bass. Gob Ribbons erinnert an Altbekanntes und doch sind sie neu und sehr eigenständig.

Fredi Hallauer