BÜETZER BUEBE

Album: „Handwärch“ (Sony Music)

Eigentlich war kein zweites Album der Büetzer Buebe geplant gewesen. Da sie aber ihr Hallenstadionkonzert nicht durchführen konnten, setzten sie sich nochmals ins Studio und nahmen acht neue Songs auf und je zwei bestehnde Songs nahmen sie als Unplugged Version auf. Das ist übrigens ganz gut gelungen, als Beispiel sei hier „Indianer“ erwähnt, wo der Text jetzt deutlich zum Tragen kommt. Das ganze Album ist gut herausgekommen mit schonen Musikpassagen. Textlich gibt es auch nicht viel auszusetzen, vielleicht ist das Landleben etwas zu rosig dargestellt. „E Chischte Bier, E Grill U Es Füür“ ist vielleicht auch nicht der Nonplusultra Text, er hat aber keine unpassenden Aussage. Mit diesem Album kann man abfeiern und es ist auch etwas für das Gemüt dabei. Gölä und Trauffer tun einander gut und da ist es eigentlich schade, dass keine weiteren Alben geplant sind.

Fredi Hallauer

BERNADETTE

Album: „Rendezvous“ (Zytglogge)

Bernadette ist ein aus Männern bestehendes Quartett aus Bern, welches Mundartrock macht. Zehn Lieder in verschiedensten Spielarten des Mundartrocks gibt es auf ihrem Erstling zu hören. Sie nehmen alles aus dem Mundartrock was es bisher gab, also von Polo, zu Kuno, den Span und Büne Huber. Ok es ist schwer Berner Mundartrock zu machen ohne verglichen zu werden, aber Bernadette machen das gut. Klavier und Gesang, dazu Schlagzeug, Bass und E-Gitarre sind ihre Zutaten. Auffallend gut, witzig und augenzwinkernd sind ihre Texte. Es sind genaue Beobachtungen des Alltags, Liebesgeschichten, Lieder von Abschied, von verpatzten Dates, vom Alkohol der nichts hilft. Die Texte sind kritisch aktuell, aber nie mit Zeigefinger. Da wird bei einem Date in einer WG von einem Poster von Blocher und einem der AfD berichtet, und er geht wieder. In einem anderen Lied wird die Gemeinderätin Ursula Wyss erwähnt. Bernadette versucht nicht irgend etwas neuzeitliches in die Musik einzubauen, schaffen es aber trotz den Remineszenzen an die Grossen, etwas eigenständiges zu schaffen. Bernadette ist kein Geheimtipp mehr, und für diejenigen welche sie noch nicht kennen, ist es höchste Zeit das zu ändern.

Fredi Hallauer

HALUNKE

Album: „Flamingo“ (Der letzte Schrei Records)

Für die Halunken war es wieder Zeit ein neues Album herauszugeben und zufälligerweise fiel der Prozess für das Album (Schreiben, Aufnehmen usw.) in die Lockdown Zeit. Aber der Lockdown igeistert nur in einem Lied herum. Ansonsten sind neue Musiker dabei und Anja singt nicht einfach die Backings, sondern sie singt im lead mit und übernimmt ihn sogar. Das ist sehr erfrischend und abwechslungsreich. Häni und Anja ergänzen sich gut im Gesang und es ist auch schön zu hören, wenn sich Häni etwas zurücknimmt. Die Lieder sind zum grossen Teil neu, ein paar sind neue Versionen. Mit 16 Liedern ist es ein langes Album geworden, aber wohlverstanden, kein langweiliges. Die Texte handeln vom Alltag, von Sehnsüchten und Wünschen und was das Leben sonst noch so bringt. Für mich sticht „Kuschelrock“m heraus, mit der Situation zu Hause zu sitzen im Pijama, auf dem Sofa und Netflix leerschauen und der Bemerkung, das dies nicht Kuschelrock ist. Die Stimmung ist aufgestellt. Musikalisch sind da viele Einflüsse zu hören, so entstand ein neuzeitlicher Mundartrock. Die CD gibt es auch als Fanbox mit einem schönen Buch, welches hier zu einem späteren Zeitpunkt besprochen wird.

Fredi Hallauer

Buch: „Zwei Hänis. Ein Buch“

Im Fanpack ist neben dem Album auch noch ein Buch. Das ist ein sehr liebevoll gemachtes Buch, welches nicht nur aus ein paar Fotos und den Liedtexten besteht. Am Anfang des Buches stellen sich Anja und Christian Häni zuerst einmal vor. Dann erzählen sie von ihren Anfängen. Es folgt ein sehr gutes Interview gemacht von Miriam Lenz von Rockette. Dann ein paar Musikerwitze, die meisten sehr gut. Da bei Hänis auch gekocht wird, gibt es auch ein paar Rezepte. Eine mehrseitige Fotostrecke bietet etwas für das Auge, Ein Kreuzworträtsel (in einem Hochglanzbuch) ist eher unnötig. Bänz, der Hund bekommt auch seinen Platz und es steht ein bisschen etwas über Songs schreiben. Dann sind sämtliche Texte der Halunken, nach Alben geordnet, abgedruckt, aufgelockert mit Fotos. Das ist ein gut gemachtes Buch und nicht nur für hartgesottene Fans. Dieses Buch gibt einen kleinen Einblick in das Leben eines Musikerpaars. Eine Anschaffung die sich lohnt.

Fredi Hallauer

PRIX GARANTI

Album: „Nüt isch guet u aus isch scheisse“ (Nullklultur Records)

Prix Garanti, das Billiglabel von Coop ist auch Programm für die fünfköpfige Band. Was sie machen ist nicht alles schlecht aber alles ziemlich billig. Mundart Elektropop, Underground Mundartsongs wären vielleicht Bezeichnungen des Musikstils. Das Album ist nicht durchwegs tanzbar. Apropos Album, es sind fünf Lieder plus Intro und Outro, Dauer 23 Minuten, schon das ist für ein Album billig. Der Gesang oder eher Sprechgesang wird mit einer weinerlichen Stimme vorgetragen. Die Texte sind teils echt gut, schräg und frech und handeln vom Leben in Bern, zumindest vorwiegend. Wer Prix Garanti nie hört verpasst nichts, wer sie hört kann sie teilweise lustig finden.

Fredi Hallauer

DÄNU EXTREM

EP: „Eifach so“ (DeXrecords)

Dänu Extrem kann es nicht lassen weitere Lieder zu machen, und das ist gut so. Er ist immer noch einer der sehr gut erzählen kann in seinen Mundartlieder. Der Liederschreiber, Musiker und Mundartrocker macht noch wirklichen Rock mit genügend Dreck darin. Seine Lieder haben Ohrwurmcharakter, da er uns die wichtigen Sätze immer und immer wieder singt, mit Melodien welchenur so reingehen. In seinen alten Tagen setzt er sich noch immer mit der Liebe auseinander, aber auf unübliche Art packt er das Thema an. Auch an Treffen mit Kollegen wagt er sich und hält das ewige „Lire“ nicht mehr aus. „Verloore“ geht ums Verlieren sei es im Fussball oder im Leben. Die Musik ist erfrischend mit heissen Gitarrenriffs udn vielen akustischen Instrumenten eingespielt. Eine EP die zum Besten von Dänu Extrem gehört.

Fredi Hallauer