SANDEE

LIVE: Mühle Hunziken, Rubigen am 13. Mai 2017

Sandee schaffte bei ihrem Comeback etwas Grossartiges, die Mühle Hunziken war zweimal ausverkauft und ein drittes Mal auch noch fast. Sie trat mit einer neuen Band auf. Am Keyboard sass HP Brüggemann, an den Drums Thomas Wild und am Bass Mauro Zombicchiatti, dazu Gesang und Gitarre Antonia Giordano. Sandee sang die neuen Lieder, gespickt mit Liedern aus den anderen CD’s. Sie spielte auch immer wieder selber Gitarre, als eigene Herausforderung wie sie sagte. Die Lieder erzählten meistens von früher oder der Liebe was bei der aktuellen CD auch zu erwarten war. Ein Duett mit ihrem früheren Drummer und Partner , Urs Frei kam etwas seltsam rüber. Die Ansagen waren knapp und gut, nur wo es nötig war erklärte Sandee etwas mehr. Die Gitarre von Antonia Giordano war etwas zu weit in den Hintergrund gemischt, was einige ZuhörerInnen in der Pause auch fanden. Es war ein schönes, typisches Berner Mundartrockkonzert. Manchmal wäre es gut gewesen man hätte die Texte etwas besser verstanden (akustisch), vor allem bei dem Lied um die Menschlichkeit und dass es keine Ausländer und keine Flüchtlinge gibt, sondern einfach Menschen. Die Mischung der Lieder war gelungen und in alten Erinnerungen schwelgen, aber auch etwas nachdenken tat gut.

Fredi Hallauer

Interview:

Am Gründonnerstag 13. April traf Fredi Hallauer Sandee in der Alti Moschti Mühlethurnen zu einem Interview.

CD: „Zrügg zu mir“ (Universal)

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Sandee ist nach, einigen Jahren Pause in der Musikszene, wieder zurück. Wie ihr Album heisst, nicht nur zurück in der Szene sondern auch zurück bei sich. Was sich beim Anhören der CD ganz offensichtlich zeigt, sie hat den Tritt gefunden, gut sogar. Sie fährt musikalisch dort weiter wo sie aufgehört hat, mit wirklichem Mundartrock, da rocken noch Gitarren und keine Elektronik. Das ist Musik die sicher manches Herz höher schlagen lässt. Textlich ist sie sicher zurück bei sich. Sie erinnert sich an ihre Jugendzeit und was sie dort alles gemacht haben, oder an die Beziehung um die sie gekämpft hat und am Schluss nicht mehr so sicher war ob sich das wirklich lohnt. Sandee singt vom neu verlieben aber auch von Sachen die nun einfach vorbei singt. Sandee überzeugt mit ihrem Come-Back Album voll und ganz.

Fredi Hallauer

NATACHA

Interview:

Am 22. März unterhielt sich Fredi Hallauer mit Natacha, hier ist es zu hören.

CD: „Neuland“ (Universal)

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Natacha ist mit Sina zusammen die First Ladies Of Mundartrock und ist wieder in gewohnter Frische mit einem neuen Album präsent. Neuland betritt  Natacha mit viel Elektronik auf der CD. Sie geben ihr den Drive, besser gesagt sie unterstützen ihren Drive, machen das ganze fast rockig tanzbar. Schublade würde ich Elektro Mundart Rock wählen. Gesanglich kommt ihre Stimme sehr gut zur Geltung, es wird nichts zugedeckt, was sehr erfreulich ist, den ihre Texte sind immer höhrenswert. Sie singt immer noch von der Liebe, den Zweifeln im Leben und dem Alltag. Im Lied „Menschlichkeit“ singt sie ein Duett mit einem Kurden  (wahrscheinlich) das wunderschön klingt. Natacha ist es wiederum gelungen ein vielfältiges und intelligentes Album zu machen.

Fredi Hallauer

LES TOURISTES

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Interview: Am Gurtenfestival 2016 sprach Fredi Hallauer mit der Band. Das Interview erscheint erst jetzt mit dem ersten Tonträger wie es mit der Band abgemacht war.

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Bilder: konzertbilder.ch

EP: „Les Touristes“ (Gadget/Phonag)

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Das Quintett aus Basel, welches 2016 einen Platz am Waldbühnen Contest des Gurtenfestivals gewann und auch dort spielte, debütiert mit einer vier Lieder starken EP. Sie machen Mundartrock der abgeht, groovig mit Saxophon und guten witzigen, zum Teil leicht anstössigen, direkten Texten wie es halt Baslern so ansteht. „Zucker“ könnte ein Hit werden, wenn er gespielt wird. Hoffentlich gibt es bald mehr von dieser jungen Band zu hören.

Fredi Hallauer

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GÖLÄ

Interview: Kurz vor seinem einzigen offiziellen Schweizer Konzert  am 13. August 2016 am Lakeland Festival in Erlach, sprach Fredi Hallauer mit Gölä

CD: „Stärne“ (Earthbeat/TBA)

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Gölä ist wieder da mit weiteren Mundartliedern. Aber diese CD gehört zu seinen schlechteren. Musikalisch hat er eine erstklassige Band, aber an den Bläsern wurde gesparrt, dafür jagt sie der Tastenmann mit seinem Synthie dazu und vor allem zu oft. Die Melodien sind nichts neues aber alt bewährt bei Gölä. Schlecht sind vor allem die Texte. Gölä scheint sehr verbittert zu sein und er schimpft und wettert gegen alles und jedes. Nur er und seine Frau sehen es richtig und machen es richtig. Er schimpft gegen die Politiker in Bern, gegen Penner, gegen Linke und gegen die Grünen und wenn man genau hinhört noch gegen mehr. Auch mit seinem Vater rechnet er ab und mit der ganzen Welt, und das alles nicht zimperlich. Eine Textzeile soll den Unsinn der Texte zeigen: “ Ig rüefe REVOLUTION u rume uf mit däm Pack, z Bärn unge bruchts e nöie Che Guevara, nume fahrt dä dissmal de Lingge a Chare“.

Besser und schöner tönt er wenn er nachdenklich wird wie bei „Stärne“. Im Sommer überzeugte er live am Lakelandfestival und darum kommt diese Stimmung die Gölä da verbreitet etwas unerwartet.

Fredi Hallauer

VOLXROX

CD: „VolXRoX“ (Phonag)

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Die Emmentaler machen nach eigenen Angaben Büezer Rock. Wie sich diese Sparte von anderen unterscheidet weiss ich nicht, es ist sicher kein Gölä Verschnitt und sie singen nicht von Staub auf der Lunge und Dreck auf der Zunge. Die junge Band spielt einfach Rock’n’Roll at his Best und das mit Mundarttexten. Sie rocken los wie die Grossen. die Texte mögen Niveau mässig mithalten und dienen der guten Unterhaltung. Aus Anlass des Schwingfestes schrieben sie „Kampf ume Thron“. Erfrischendes Album.

Fredi Hallauer

MAJOR B

Interview: Am Gurtenfestival sprach Fredi Hallauer mit der Band Major B.

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CD: „Spiegelbild“(http://major-b.ch/album/)

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Die 9köpfige Band aus dem Berner Oberland bringen neuen Klang in den Mundartrock. Mit ihren Bläsern und der Perkussion tönen sie recht funkig und verstehen es mitzureissen. Dieses Klangbild ist nicht gesucht sondern gewachsen. Ohne den funkigen Einschlag könnte man sagen, sie tönen verwandt mit Plüsch. Das rührt daher, dass der Tastenmann von Plüsch die CD produziert hat. es gibt aber noch einen weiteren Unterschied, nämlich die Texte. Major B singen einerseits vom Lebens wie so viele, machen sich aber immer wieder sehr kritische und unbequeme Überlegungen zur Welt. es ist ist toll zu hören, dass auch im Schweizer Rock wieder über kritische Themen gesungen wird und erst noch auf die unbequemere Art. Major B hält einem wirklich immer wieder ein Spiegelbild vor.

Fredi Hallauer

HALUNKE

Interview: Fredi Hallauer interviewte am Gurtenfestival Hänni von den Halunken

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Bilder: konzertbilder.ch

EP: „Easy“ (Der Letzte Schrei Records)

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Die Mundartrocker Halunke haben eine CD mit vier Liedern veröffentlicht. Auffällig ist, dass sie sich gesteigert haben, sowohl musikalisch wie textlich. Die Lieder haben eine deutliche Wiedererkennung, d.h. sie unterscheiden sich deutlich voneinander. Bei „Schiffbruch“ singt Büne Huber von Patent Ochsner mit, und es ist erstaunlich wie ähnlich die Stimmen von Christian Häni und Büne Huber tönen. Die Halunken haben es unverdient schwierig ganz vorne mitzuspielen, denn sie sind zwischen den Shoppers und Patent Ochsners musikalisch eingeklemmt und schaffen es hoffentlich bald daraus hervorzustechen.

Fredi Hallauer