HALUNKE

Album: „Flamingo“ (Der letzte Schrei Records)

Für die Halunken war es wieder Zeit ein neues Album herauszugeben und zufälligerweise fiel der Prozess für das Album (Schreiben, Aufnehmen usw.) in die Lockdown Zeit. Aber der Lockdown igeistert nur in einem Lied herum. Ansonsten sind neue Musiker dabei und Anja singt nicht einfach die Backings, sondern sie singt im lead mit und übernimmt ihn sogar. Das ist sehr erfrischend und abwechslungsreich. Häni und Anja ergänzen sich gut im Gesang und es ist auch schön zu hören, wenn sich Häni etwas zurücknimmt. Die Lieder sind zum grossen Teil neu, ein paar sind neue Versionen. Mit 16 Liedern ist es ein langes Album geworden, aber wohlverstanden, kein langweiliges. Die Texte handeln vom Alltag, von Sehnsüchten und Wünschen und was das Leben sonst noch so bringt. Für mich sticht „Kuschelrock“m heraus, mit der Situation zu Hause zu sitzen im Pijama, auf dem Sofa und Netflix leerschauen und der Bemerkung, das dies nicht Kuschelrock ist. Die Stimmung ist aufgestellt. Musikalisch sind da viele Einflüsse zu hören, so entstand ein neuzeitlicher Mundartrock. Die CD gibt es auch als Fanbox mit einem schönen Buch, welches hier zu einem späteren Zeitpunkt besprochen wird.

Fredi Hallauer

PRIX GARANTI

Album: „Nüt isch guet u aus isch scheisse“ (Nullklultur Records)

Prix Garanti, das Billiglabel von Coop ist auch Programm für die fünfköpfige Band. Was sie machen ist nicht alles schlecht aber alles ziemlich billig. Mundart Elektropop, Underground Mundartsongs wären vielleicht Bezeichnungen des Musikstils. Das Album ist nicht durchwegs tanzbar. Apropos Album, es sind fünf Lieder plus Intro und Outro, Dauer 23 Minuten, schon das ist für ein Album billig. Der Gesang oder eher Sprechgesang wird mit einer weinerlichen Stimme vorgetragen. Die Texte sind teils echt gut, schräg und frech und handeln vom Leben in Bern, zumindest vorwiegend. Wer Prix Garanti nie hört verpasst nichts, wer sie hört kann sie teilweise lustig finden.

Fredi Hallauer

DÄNU EXTREM

EP: „Eifach so“ (DeXrecords)

Dänu Extrem kann es nicht lassen weitere Lieder zu machen, und das ist gut so. Er ist immer noch einer der sehr gut erzählen kann in seinen Mundartlieder. Der Liederschreiber, Musiker und Mundartrocker macht noch wirklichen Rock mit genügend Dreck darin. Seine Lieder haben Ohrwurmcharakter, da er uns die wichtigen Sätze immer und immer wieder singt, mit Melodien welchenur so reingehen. In seinen alten Tagen setzt er sich noch immer mit der Liebe auseinander, aber auf unübliche Art packt er das Thema an. Auch an Treffen mit Kollegen wagt er sich und hält das ewige „Lire“ nicht mehr aus. „Verloore“ geht ums Verlieren sei es im Fussball oder im Leben. Die Musik ist erfrischend mit heissen Gitarrenriffs udn vielen akustischen Instrumenten eingespielt. Eine EP die zum Besten von Dänu Extrem gehört.

Fredi Hallauer