FLORIAN SCHNEIDER

Album: „Schangsongs 4“ (www.florian-schneider.ch)

Florian Schneider macht es uns Hörerinnen und Hörer nicht einfach. Was einmal schräge, düstere und unbequeme Geschichten aus dem Baselbiet waren, sind nun sehr dunkle, morbide und unangenehme Gedanken. Die meisten Lieder sind in der Ich-Form getextet. Die meisten Lieder sind destruktiv, da hat er sechs Kugeln im Lauf dort nahm er 800 Liter Nitro mit. Er kann aber auch bitter-süss romantisch sein im „Nacht am Bosporus“ oder „Rose vom Fluehbärgwald“. Deftig erotisch geht es dann im „Chnabeturner“ zu und her. In anderen Liedern geht es um verflossene Liebschaften oder ein schönes Schlaflied für ein Kind. In „Tschinderassa“ geht es dann nocheinmal mörderisch zu. Ja eigentlich sind es viele Lieder in typischer Florian Schneider Art, welche ich auch selber gut mag, aber die etwa drei Lieder sind mir doch zu morbid. Noch etwas zur Musik, die ist wie immer wunderschön. Gespielt wird sie von Roman Bislin am Keyboard und Adam Taubnitz an der Violine.

Fredi Hallauer

MANUEL STAHLBERGER & BIT-TUNER

Album: „I däre Show“ (Irascible)

Diese beiden Männer passen gut zusammen. Bit-Tuner schafft es Beats und Klangbögen zu schaffen, welche die Stimmungen der Texte aufnehmen und sie aufbauen zu einem grossen Finale, welches nie stattfindet. Manuel Stahlberger sprechsingt seine Texte von Menschen auf der trüberen Seite des Lebens, oder über diejenigen, welche im Alltag gefangen sind. Die Texte sind gute Beschreibungen, haben Humor, wenn auch einen grauen. Sehr schön ist die Beschreibung seines ersten Matchbesuchs im Stadion. Sehr dunkelgrau und gut erzählt „Loch im Augenlid“. mehr zu verraten wäre schade, dieses Album ist zum Hören da. Wer schräge Erzählungen, mit eher knappen Worten mag, liegt mit diesem Album genau richtig.

Fredi Hallauer