MANUEL STAHLBERGER & BIT-TUNER

Album: „I däre Show“ (Irascible)

Diese beiden Männer passen gut zusammen. Bit-Tuner schafft es Beats und Klangbögen zu schaffen, welche die Stimmungen der Texte aufnehmen und sie aufbauen zu einem grossen Finale, welches nie stattfindet. Manuel Stahlberger sprechsingt seine Texte von Menschen auf der trüberen Seite des Lebens, oder über diejenigen, welche im Alltag gefangen sind. Die Texte sind gute Beschreibungen, haben Humor, wenn auch einen grauen. Sehr schön ist die Beschreibung seines ersten Matchbesuchs im Stadion. Sehr dunkelgrau und gut erzählt „Loch im Augenlid“. mehr zu verraten wäre schade, dieses Album ist zum Hören da. Wer schräge Erzählungen, mit eher knappen Worten mag, liegt mit diesem Album genau richtig.

Fredi Hallauer

FABER

Album: „I Fucking Love my Life“ (Faber/Universal Music)

Also Faber singt deutsch und ein Lied sogar in Mundart. Das ganze Album ist so seltsam wie der Titel und das Cover. Die Musik ist spannend und OK. Textlich kommt Faber nicht an die Qualität seines letzten Albums heran. Es dreht sich alles um ihn und die Beziehungen, das Saufen und das Wort Kotzen kommt auch mehrfach vor. Er jammerst sehr viel vor Langeweile, wird von den Frauen verlassen und denkt nur noch an sie. „Das Boot ist voll“ ist der beste Text, zwar sehr provokativ und er könnte sehr wohl falsch verstanden werden. Vielleicht ein mehr Klartext und Position beziehen würde das verhindern. Alles in allem, Faber tut einem Leid, er tönt sehr unzufrieden und suhlt sich in Selbstmitleid. Wer das braucht um zu hören dass es anderen menschen schlechter geht liegt mit diesem Album richtig, die Anderen sollen die Finger davon lassen, auch wenn Faber ein Hype ist.

Fredi Hallauer

PETER REBER

Album: „Ha mys Härz uf der Büni gla“ (Universal Music)

Peter Reber hat ein neues Album aufgenommen mit neuen und älteren Liedern, aber in neuen Versionen und drei Lieder singt seine Tochter Nina, bei anderen Liedern spielt sie das Cello. Neu ist das Titellied, ein kleiner Bühnenrückblick sozusagen. Sehr gefallen tut „Ploudertäsche“ ein Lied an seine Enkelin, sehr schön formuliert und wird jedem engagiertem Grossvater gefallen. Dann singt er selber die Mundartversion von Michael Kunze „Der Tüfel und der jung Ma“ welches er für Paola gemacht hat. Alle Lieder sind einfach instrumentiert und wirken so sehr authentisch. Nina singt „D Chinder vom Kolumbus“, dann von Bettina Wegner „Sind so kleine Hände“, ein sehr schönes Lied und aus dem Peter, Sue & Marc Repertoire „Sing Children“. Peter Reber hat hier ein schlichtes Album gemacht, welches gemütlich ist und auch für das Gemüt. Interessant sind die Erläuterungen zu den einzelnen Liedern im Album Booklet.

Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

EP: „Jagge“ (Sony Music)

Dabu Fantastic veröffentlichten nun ihre dritte EP in diesem Jahr. Das Titellied ist, der Saison angepasst, „Jagge“. Die vier Songs sind wiederum Wortspielereien der intelligenteren Art. „Cloud“ tönt ja gleich wie Klaut, und da ergeben sich dann bei Dabu Fantastic die entsprechenden Texte. Sehr eindrücklich und eher ungewohnt, ist das Lied „Wemmer gaht“, kurz einfach und mit einer auf den Punkt gebrachten Botschaft, wenn man genau zurhört. Grandios.

Fredi Hallauer

Live: in der Mühle Hunziken am 12. Oktober 2019

Bild Fredi Hallauer

Dies war nur das zweite Konzert von Dabu Fantastic in diesem Jahr. Sie starteten mit dem Song „Früsch usem Ei“. Mit ihren vier Musikern brachten sie einen tollen Sound hin. Bereits beim vierten Lied war Party, denn bei „Angelina“ war niemand mehr zu halten. Gesungen wurde aus vollen Kehlen. So spielten sie sich durch neue und alte Lieder. Zu Ehren von Polo Hofer spielten sie den Anfang von „Memphis“. Nach der Pause kam bald „Jagge“ zur Aufführung, der neue Song. Dann wurden sie funky und dann kam ihre Mundartversion von „Die da“ aus der EP „Die fantastische wir“. Es fehlten keine Hits und auch „gumpen“ durfte das junge Publikum. Als offizieller Schluss spielten sie „Nomal vo vorn“. Die erste Zugabe war ein sehr schönes Lied nur mit Piano „Wenn me gaht“, es folgte ein Bass Solo. Darauf ein Lied gegen Waffen, bewaffnete Konflikte, wahnsinnig gut, Titel „Schlaf us“, was aber auch zum Aufstehen gegen Ungerechtigkeit aufruft. Das Publikum war absolut ruhig und aufmerksam. Die Stimme von Dabu war von diesem Konzert unterdessen sichtlich gezeichnet. Das super Konzert endete mit dem Lied „Lied“.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer