Live: BeJazz Club am 15. Oktober 2026
Sarah Chaksad spielte das erste Konzert mit ihrer neuen Band „Amelia“ und dazu noch meistens neue Kompositionen. Auf die Bühne traten Sarah Chaksad (Saxophone), Fabian Willman (Bassklarinette und Saxophon), Andreas Tschopp (Posaune), Espen Berg (Piano), Lukas Traxel (Kontrabass) und Eva Klesse (Schlagzeug). Das erste Stück begann leise mit einem Dreiklang, der sich dann veränderte und im Freejazz sich auflöste, bevor er sich wieder fand im harmonischen Schlussteil. Wer jetzt meinte, das sei ein Abend mit viel Freejazz, der lag falsch, denn das Programm war sehr vielseitig. Es gab viele spannende Duette an diesem Abend, wie Posaune und Schlagzeug, Sopransaxophon mit Kontrabass, aber auch Zwiegespräche der Instrumente. Spannend war auch das Stück „Black Raven“, das von den Raben vor dem Fenster an einem nebligen Tag, inspiriert wurde. Das Schlagzeug erzeugte die dunkle, mystische Stimmung mit Basstrommel und Becken, die anderen Instrumente kamen nur sehr langsam dazu und die Stimmung verdichtete sich. Ein Choral im Stile von Sarah Chaksad bildete den Abschluss des ersten Teils. Der zweite Teil startete mit einem Stück, welches harmonisch an Jazz aus Südafrika erinnerte. In „Between Worlds“ versuchte Sarah Chaksad, die Stimmungen aufzunehmen, welche in einem Haus mit einem persischen Vater und einer Entlebucher Mutter entstanden. Die riesige Fülle, das Leben, aber auch das Knorrige des Entlebuchs und die Spannungen und Dissonanzen waren gut zu hören. So gab es viele sehr spannende Stücke an diesem Abend und, wie bereits geschrieben, eine enorme Vielseitigkeit. Alle Musiker:innen waren grossartig und brillierten in den Soli und im Zusammenspiel. Die Schlagzeugerin hob sich hervor, durch ihr perkussives Spiel mit vielen verschiedenen Klängen, welche sie aus ihrem Instrument herausholte. Dies war eine gelungene Saisoneröffnung und ein toller Start für diese grossartige Band.
Fredi Hallauer