STEPHAN EICHER & MARTIN SUTER

CD und Buch: „Songbook“ (Universal/Diogenes)

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Hier liegt wieder ein spezielles Werk von Stephan Eicher vor. Zusammen mit dem Schriftsteller, welcher bereits früher die Mundarttexte für Stephan Eicher schrieb, haben sie eine CD mit lauter Mundartliedern gesungen von Stephan Eicher und getextet von Martin Suter herausgegeben. Das ganze in Buchform mit 106 Seiten, wo neben den Texten auch Prosatexte zu lesen sind, von Martin Suter welcher fiktiv schreibt, wie die Liedtexte entstanden. Zuerst zur CD. Die Lieder sind alle eher ruhig, die Texte handeln von Liebe bei Jungen und Alten, vom Weggehen, von verpassten Chancen und so ähnlichen zwischenmenschlichen Sachen. Die Inhalte sind sehr schön formuliert, und natürlich auch sehr poetisch. Einzelne Lieder gab es schon , die sind jetzt hier in der Songbook Version zu hören und kommen viel besser zur Geltung, da die ganze CD  in sich stimmt. Musikalisch ist alles sehr clever und sauber gemacht. Die Lieder gleichen sich musikalisch aber sehr, doch durch den Einsatz von verschiedenen anderen Leuten und musikalischen Stilmittel wirkt es nicht langweilig. Da sind die Krüger Brothers zu hören, ein Chor, ein Streichquartett oder Annett Louisan. Noch ein paar mehr spezielle Sachen, hätten dem Album noch gut getan. Es ist aber ein sehr schönes, melancholisches und stimmungsvolles Album geworden.

Im Buch sind die Liedtexte und Credits nachzulesen. Dazu noch einige Prosatexte von Martin Suter die ziemlich witzig und abstrus sind, über das Entstehen der jeweiligen Liedern.

Den beiden ist ein kleines Meisterwerk gelungen.

Fredi Hallauer

FLORIAN SCHNEIDER

CD: „Schangsongs 2“

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Schangsongs sind vierzehn wunderbare und schandbar traurige Lieder welche der Baselbieter Bariton hier singt. Musikalisch ist es Folk, mit akustischer Gitarre und Adam Taubitz an der Geige. Einfache sehr wirkungsvolle Musik welche die Texte noch wirkungsvoller macht. Florian Schneider hat vier Lieder selber geschrieben, interpretiert das traditionelle „Wydebaum“ und neun Songs von Tom Waits hat er ins Baselbiet als Ort und in den Dialekt adaptiert. Es ist ihm mit diesen Adaptionen ein grosser Wurf gelungen, auch ist es textlich nicht auszumachen welches Lied von wem ist, es ist alles ein Guss. Die Geschichten erzählen alle vom Leben und vom Tod, von Ungerechtigkeit und nicht erwiderter Liebe die manchmal ebenfalls zum Tod führt, von Gewalt an Kindern und Jugendlichen und teils auch von ihnen verübt. Der Mensch ist in den meisten Liedern der Verlierer. Wenn das jetzt depressiv tönt, das ist dieses Album aber nicht, sie ist dunkel, melancholisch, berührend und wunderschön. Florian Schneider hat es mit dem Album und zusätzlich mit dem Lied  „Alts, chalts Hus“  in die Liederbestenliste auf Platz 1 geschafft. Gratulation.

Fredi Hallauer

MELKER

CD: „2-10“ (Equipe Music)

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Melker das ist eine Band um Mani Porno. Musikalisch mischen sie etwas wie Indie Pop mit elektronischen Tönen und lösen allenfalls ein Fusswippen aus. Wichtiger sind ihnen die Texte, meistens Mundart, welche lustige Geschichten aus dem Alltag und dem leben erzählen. Ganz so lustig sind die Texte nicht auch nicht skuril oder schräg genug um einem zu berühren. Es gibt doch einige Berner die das viel besser gemacht haben, wie Stiller Has, King Pepe oder Troubaskater und erst noch musikalisch mehr zu bieten haben. Eine CD die eher zum Vergessen ist.

Fredi Hallauer

ADRIAN STERN

LIVE: In der Mühle Hunziken am 31. März 2017

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Adrian Stern trat mit einer hervorragenden Band auf. Erstaunlich war, dass er Jean-Pierre von Dach dabei hatte obwohl Adrian Stern selber ein guter Gitarrist ist. Aber das Konzept machte Sinn und ergab gute Musik. Adrian spielte meistens die akkustischen Gitarren, er schrummte sie aber nicht sondern jagte teils recht markante Töne dazu. Bass, Schlagzeug und der Keyboarder standen nirgend hinten nach. Im Gegensatz zum Album ertönte die Elektronik nur im Hintergrund aber sehr gut eingesetzt. Musikalisch war es ein hervorragendes Konzert. Textlich und Performance hielten aber mit. Die Lieder von Adrian Stern sitzen textlich, egal ob alt oder neu. Das Publikum konnte und durfte und musste bei den älteren Songs mitsingen, was vor allem die Frauen reichlich taten, wie Adrian Stern bemerkte. Er war sehr sympathisch, erzählte dazwischen etwas zu den Liedern oder aus seinem Leben, aber nie zu lange oder zuviel. Adrian Stern zeigte sich als Live Künstler von der Besten Seite und empfiehlt sich für mehr Konzerte.

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Fredi Hallauer

 

CD: „Chum mir singed die Songs wo mir liebe und tanzed mit ihne dur d’Nacht“ (Sony)

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Ich erspare es mir jetzt mich über den langen Albumtitel auszulassen. Es gibt keinen solchen Songtitel, der entsprechende Song heisst „Songs wo mir liebed“. Adrian Stern bleibt textlich und stimmlich Adrian Stern. Er bleibt ein hoffnungsloser Romantiker und spricht mit seinen Worten sicher viele Herzen an. Musikalisch ist er nüchterner geworden. Zu viert, inkl. Trompeter, haben sie die CD eingespielt, mit vielen Bässen und Plugs, also elektronischer, was dem Album eine gewisse Kühle verleiht. Einerseits ist diese Kühle spannend zu den warmherzigen Texten, andererseits fehlt das mehr handgemachte doch auch. Wahrscheinlich ist es Gewöhnungssache.

Fredi Hallauer