TRUMMERS LABOR

Album: „Amne Sichere Ort“ (Tourbo Music)

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Trummer wollte kein Album mehr mit Gitarre und Band machen und hat sich deswegen ein Labor aufgebaut für Töne. Dort hat er Instrumente gespielt, verschnipselt und programmiert. Schlussendlich hat er auch die Gitarre wieder dabei und ein Ensemble mi Geige, Bratsche, Cello, Klarinette, Oboe und Englischhorn. Keine Angst es ist kein Elektropop den Trummer jetzt aufgenommen hat. Es sind seine ruhigen Lieder mit etwas Elektronik. An den Melodien und dem langsamen Rhythmus hat er nicht laboriert und so ist musikalisch gar keine so grosse Änderung passiert. Wer Trummer mochte, mag ihn auch jetzt noch. Die Texte sind philosphischer ja manchmal ein bisschen esoterisch geworden. Die schönen Geschichten die er bisher erzählte fehlen in der bekannten Form. Es geht bei seinen Liedern um das Ankommen, sei es in der Liebe, an einem Ort, bei sich oder wie, was, wo auch immer. „Amne sichere Ort“ ist ein schönes Album aber das ganze Album am Stück ist beinahe eine Überdosis an Gemütlichkeit.

Fredi Hallauer

 

STEPHAN EICHER & MARTIN SUTER

CD und Buch: „Songbook“ (Universal/Diogenes)

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Hier liegt wieder ein spezielles Werk von Stephan Eicher vor. Zusammen mit dem Schriftsteller, welcher bereits früher die Mundarttexte für Stephan Eicher schrieb, haben sie eine CD mit lauter Mundartliedern gesungen von Stephan Eicher und getextet von Martin Suter herausgegeben. Das ganze in Buchform mit 106 Seiten, wo neben den Texten auch Prosatexte zu lesen sind, von Martin Suter welcher fiktiv schreibt, wie die Liedtexte entstanden. Zuerst zur CD. Die Lieder sind alle eher ruhig, die Texte handeln von Liebe bei Jungen und Alten, vom Weggehen, von verpassten Chancen und so ähnlichen zwischenmenschlichen Sachen. Die Inhalte sind sehr schön formuliert, und natürlich auch sehr poetisch. Einzelne Lieder gab es schon , die sind jetzt hier in der Songbook Version zu hören und kommen viel besser zur Geltung, da die ganze CD  in sich stimmt. Musikalisch ist alles sehr clever und sauber gemacht. Die Lieder gleichen sich musikalisch aber sehr, doch durch den Einsatz von verschiedenen anderen Leuten und musikalischen Stilmittel wirkt es nicht langweilig. Da sind die Krüger Brothers zu hören, ein Chor, ein Streichquartett oder Annett Louisan. Noch ein paar mehr spezielle Sachen, hätten dem Album noch gut getan. Es ist aber ein sehr schönes, melancholisches und stimmungsvolles Album geworden.

Im Buch sind die Liedtexte und Credits nachzulesen. Dazu noch einige Prosatexte von Martin Suter die ziemlich witzig und abstrus sind, über das Entstehen der jeweiligen Liedern.

Den beiden ist ein kleines Meisterwerk gelungen.

Fredi Hallauer

FLORIAN SCHNEIDER

CD: „Schangsongs 2“

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Schangsongs sind vierzehn wunderbare und schandbar traurige Lieder welche der Baselbieter Bariton hier singt. Musikalisch ist es Folk, mit akustischer Gitarre und Adam Taubitz an der Geige. Einfache sehr wirkungsvolle Musik welche die Texte noch wirkungsvoller macht. Florian Schneider hat vier Lieder selber geschrieben, interpretiert das traditionelle „Wydebaum“ und neun Songs von Tom Waits hat er ins Baselbiet als Ort und in den Dialekt adaptiert. Es ist ihm mit diesen Adaptionen ein grosser Wurf gelungen, auch ist es textlich nicht auszumachen welches Lied von wem ist, es ist alles ein Guss. Die Geschichten erzählen alle vom Leben und vom Tod, von Ungerechtigkeit und nicht erwiderter Liebe die manchmal ebenfalls zum Tod führt, von Gewalt an Kindern und Jugendlichen und teils auch von ihnen verübt. Der Mensch ist in den meisten Liedern der Verlierer. Wenn das jetzt depressiv tönt, das ist dieses Album aber nicht, sie ist dunkel, melancholisch, berührend und wunderschön. Florian Schneider hat es mit dem Album und zusätzlich mit dem Lied  „Alts, chalts Hus“  in die Liederbestenliste auf Platz 1 geschafft. Gratulation.

Fredi Hallauer