KLAPPARAT

Album: „Orbit“ (klapparat.ch)

Dies ist das dritte Album des Jazz Saxophonensembles. Auf dem Album ist die Besetzung unterschiedlich zur Albumtaufe. Es sind n och fünf Saxophonist*innen und ein Schlagzeuger, mit dabei ist noch Erwin Brünisholz am Baritonsaxophon. Charlotte Lang spielt das Soprano und Alto Saxophon, die anderen Musiker spielen die Saxophone, welche sie auch live spielen. Durch die fünf Saxophone ist das Gewebe etwas dichter, es schlängelt sich ein Musikfaden mehr durch und es gibt etwas mehr um genau hinzuhören. Die Stücke sind die gleichen, welche auch live gespielt wurden. Also es sind tolle Tongemälde, bei denen man sich zurücklehnen kann und sein Kopfkino oder die Kopfgallerie einschalten kann. Alles sind Eigenkompositionen von Matthias Wenger, Ivo Prato und eine vom Schlagzeuger Philipp Leibundgut. Es gibt eingängigere Stücke und auch ein paarmal schwierigere Kost, aber bei jedem Anhören sinkt man mehr in diese tollen Klangwelten ein. Für eine Stunde intensives Musikhören ist mit diesem Album gesorgt, ein schöner Jahresbeginn.

Fredi Hallauer

Live: Albumtaufe „Orbit“ im Be Jazz Club am 7. Januar 2022

Bild Fredi Hallauer

Klapparat das ehemalige Saxophone Quintett ist nun ein Saxophon Quartett plus wie immer ein Schlagzeuger. Personalwechsel hat es auch noch gegeben, am Schlagzeug ist neu Philipp Leibundgut und am Alto und Bariton Saxophon Charlotte Lang.

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Daniel Zumofen spielte das Sopran und Alto Saxophon, Ivo Prato das Tenor Saxophon und Matthias Wenger das Tubax.

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Musikalisch verstanden sich alle nach wie vor sehr gut und das Zusammenspiel, bzw das gewollte Gegeneinanderspiel mit kniffligen Wechseln überzeugte. Sie starteten mit einem Stück zwischen Marching Band und Südafrika Jazz, die meisten später gespielten Stücke sind stilmässig nicht mehr so genau einzuordnen.

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Sehr eindrucksvoll waren die Bilder und Geschichten, welche sie kurz erzählten und dann musikalisch umsetzten wie Field, Running, Freddie The Sturdy Beast oder Woodcock. Bei anderen Stücken konnte man sich selber Bilder oder Filme im Kopf machen. Viele Stücke bestanden nicht aus einem Solo von den meisten Musiker*innen, sondern ein Saxophonist*in zogen das ganze Stück mit Thema und Improvisationen durch.

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Der Schlagzeuger bekam auch seine Soli, er steuerte auch eine Komposition bei. Überhaupt faszinierte Philipp Leibundgut mit dem Spiel seiner Stöcke. Er machte Musik, eigentliche leise und trotzdem sehr präsent und dynamisch. Es lag auch an der sehr guten Leistung des Tonmischers, dass auch die leisen Töne des Schlagzeugs wahrnehmbar waren. Klapparat zeigte, dass es sie immer noch gibt und dass sie bereit für grosse Taten sind.

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Fredi Hallauer