SUPERSIECH

Album: „Plange“ (iMusician)

Die Solothurner Kultband, steigert sich von Album zu Album. Musikalisch vielseitig in einem Folkpop Stil. Sehr schöne Tastenarbeit am Akkordeon der Orgel oder dem Piano. Die Rhythmusabteilung versteht es die Texte in einen Rhythmus zu bringen, egal ob Reggae, Pop oder Latin. Das wesentliche sind aber die Texte. Sie verstehen es von Sehnsucht zu singen, vom Schicksal das es immer mit einem schlecht meint, oder von der Mühseligkeit sich zu entscheiden, sehr schön im Lied „Coopodermigros“. Kochen scheint auch ein Thema zu sein, entweder kocht er für „Isabella“ oder er besingt einen Koch. Endlich wieder mal eine Mundartband, welche nicht nur von Liebe singt und ihren Problemen mit Frauen.

Fredi Hallauer

EGLI

Album: „Filet“

Dieses Album ist etwa zehn Jahre alt, aber erst jetzt in meine Finger gekommen, bzw im CD-Player gelandet und es ist so stark, dass es besprochen werden muss. Egli das ist Hansruedi Egli aus Bern, Gitarrist und Liedermacher. Er tritt nicht allzuoft auf und auch Alben sind nur wenige von ihm erschienen in den letzten über 40 Jahren. Bei diesem Album hat er von den besten Musikern zusammen gebracht. Andy Narell am Steeldrum, Solis String Quartett, Kaiser Twins am Schlagzeug und Bass, Voxtasy und Oberstufe Vechigen für den Chorgesang und noch einige mehr. Wer jetzt hier ein Album eines Gitarristen erwartet, bekommt das nicht. Es ist ein Folkpop Album mit Mundartliedern die teils recht tief gehen, philosphische Betrachtungen, Mutmacher Lieder, oder eine eigenwillige Interpretationen von „Sidi“ von Mani Matter oder vom „Simelibärg“. Dazwischen gibt es auch mal ein schönes folkiges Gitarrenstück. Die Lieder und die Musik von Hansruedi Egli verdienen viel mehr Beachtung als das bisher geschehen ist. Für mich ist das gerade mein Lieblingsalbum geworden.

Fredi Hallauer

KUNZ

Album: „Förschi“ (Universal)

Die Musik von Kunz ist ausgereifter geworden. Sein Folkpop verbreitet gute Laune. Die Bassdrum, welche bisher den Sound zu einem Discogestampfe reduzierte ist weg, trotzdem mangelt es nicht an Energie. Neben den akustischen Saiteninstrumenten von den Gitarren zur Mandoline und dem Hackbrett, sind natürlich auch Keyboards, Bass und Schlagzeug dabei. Wohltuend sind die schönen Bläsersätze und der Harmoniegesang. Textlich ist es einfach Kunz wie es immer war. Es geht um Liebe und alles ist ein bisschen rosarot oder pink wie man heute sagt. Da hat Kunz noch Luft nach oben, um sich zu überlegen will er immer bei diesem Thema bleiben. Ich habe das Gefühl hier könnte es noch „Förschi“ gehen.

Fredi Hallauer

SINA

Live: „Emma Tour“ im Uptown Gurten am 2. März 2019

Bild Fredi Hallauer

Sina ist mit einer wunderbaren Band und ihrem neuen Album auf den einheimischen Bühnen unterwegs. Im Uptown auf dem Gurten spielten sie ihr zweites Konzert der Tour. Sie hat diesmal eine neue Band, eine reine Gitarrenband, d.h. keine Keyboards. Das Quartett besteht aus Jean-Pierre von Dach, Gitarre und Gesang; Gregor Heini, Gitarre, Banjo, Ukulele, Cello und Gesang; Matthias Kräutli, Schlagzeug und Gesang; Michael Chylewski, E-Bass, Kontrabass, Mundharmonika und Gesang. Das Konzert begann sehr mystisch mit rotem Licht, Cello und E-Gitarre und Vocals von Sina. Dann wurde es konkreter. Sina sang die Lieder des neuen Albums und dazwischen Lieder aus ihren gesamten 25 Jahren. „Memphis“ zu Ehren Polo Hofers fand einen Platz und wurde teils ins Wallis verlegt. Die Liebe und das älter werden waren die Schwerpunkte des Programms. Sina bringt das mit Augenzwinkern herüber, man merkt aber auch, das es sie wirklich beschäftigt. Ein Höhepunkt war das Lied „Emma“ welches sie ihrer Grossmutter widmete. Die Band überzeugte und bekam auch Raum um die Lieder richtig zu unterstützen und die richtigen Stimmungen zu erzeugen. Die Zwischentexte waren witzig und sinnig zugleich. Sina zeigte einmal mehr, dass sie eine gute Sängerin ist und eine ebenso gute Entertainerin.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

Album: „Emma“ (Musikvertrieb)

Sina ist nun seit 25 Jahren unterwegs und tönt frischer denn je. Mit hervorragenden Musikern wie immer hat sie ein wunderschönes Folk-Pop -Album aufgenommen. Das Album hat auch Singer/Songwriter Qualitäten. Sina erzählt in ihren Liedern Geschichten. Das Titellied „Emma“ ist eine Hommage an ihre Grossmutter. In anderen Liedern singt sie über das Glück welches sie gefunden hat und festhält. Gelungen sind die drei Lieder in denen sie vom Älterwerden singt, mit Augenzwinkern. „Numme ä Zahl“ von der Jahrgangszusammenkunft im Dorf, „Wiär sii schön“ vom Schön sein im Alter oder „Xundheit“, alles mit viel Humor und Augenzwinkern. Texte und Musik kommen locker und unaufgeregt daher, die Texte sind klar und doch ist alles ziemlich verspielt. Eines der besten Alben von Sina.

Fredi Hallauer