Gurtenfestival

GURTENFESTVAL 2016

FESTIVALBERICHT

DONNERSTAG

Die Waldbühne wurde von der sechsköpfigen Band The Two Romans eröffnet. Fast mit dem ersten Ton schloss der Himmel seine Schleusen und das Gurtenfestival blieb ohne Regen. Die Band spielte ein dynamisches Set, welches abging, sie gaben alles und begeisterten das schon ziemlich zahlreich vor der Bühne stehende Publikum. Ein grosses Plus der Band ist ihre Bühnenpräsenz.

Frank Turner & The Sleeping Souls eröffnete die Hauptbühne. Seine Musik knüpfte bei den Two Romans fast nahtlos an und setzte noch einen obendrauf, mit seinem punkigem Rock und einer tollen Bühnenpräsenz. Ein würdiger Anfang für das Festival.

Auf der Zeltbühne folgte Nathaniel Rateliff & The Night Sweats. Er knallte seine Musik zwischen souligem Rock, Motown Sound und E-Street Band und einem Schuss American Folk dem zahlreichen Publikum um die Ohren. Im propevollen Zelt ging die gute Stimmung weiter.

Auf der Hauptbühne übernahmen The Lumineers die gute Stimmung und führten sie weiter mit ihrem Folkpop. Sie begeisterten am Anfang bauten aber die Stimmung mit langen Unterbrüchen bei den Instrumentenwechseln und schwacher Bühnenpräsenz aber ab. Diese Band oder besser ihre Musik ging auf der Hauptbühne etwas verloren und sie wären vielleicht im Zelt besser aufgehoben gewesen.

Yokko auf der Waldbühne rissen das Publikum wieder mit, dank ihrem tollen Indierock. Sie gingen richtig los mit ihrer intelligenten Musik.

Der Höhepunkt des Festivals war ganz klar Muse. Nun kam der Zeitpunkt wo sie die Hauptbühne übernahmen. Wer gerne ein Rockbrett vor den Kopf geknallt bekam war gut bedient, dazwischen wenig ruhige Elemente, Brücken im Stile Pink Floyds um gleich wieder loszulegen. Es war erstaunlich was die drei Männer hinkriegen, mit einer riesen Dynamik, wild trommelndem Schlagzeuger und das ganze in einem Lichtgewitter. Ist Muse wirklich die ultimative Festivalband? Das Publikum war sich nicht einig.

FREITAG

Les Touristes aus Basel begeisterten das Publikum auf der Waldbühne mit ihrem funkigen Sound und den baseldeutschen Texten. Eine Band ohne Gitarre mit Klavier und Saxofon, alle auf einer Linie aufgestellt sieht man nicht alle Tage aber hoffentlich noch oft.

Die Hauptbühne eröffneten am Freitag Johnossi aus Schweden. Angekündigt war eine wilde Rockband mit Schleifpapier Gitarre, doch auf der Bühne stand eine uninspirierte langweilige Band und von all dem angekündigten war nichts zu hören.

Zurück zur Waldbühne wo Faber mit einer erstklassigen Band und seinen schriftdeutschen Texten spielte. Die Musik konnte schnell begeistern, die Texte sind gewöhnungsbedürftig und wahrscheinlich in einem Club, wo konzentrierteres Hören möglich ist, besser zu begreifen.

Wieder Hauptbühne mit Gentleman & Ky-Mani Marley und ihrem Reggae. Tolle Musik für den sonnigen Abend, lockeren Reggae mit einem etwas anstrengenden Gentleman, welcher krampfhaft das Publikum zum mitmachen anspornte, was gar nicht nötig gewesen wäre. Der Marley Spross sang seine Songs gut und mit einigen Songs seines Vaters, tritt er als Hüter der väterlichen Lieder souverän auf.

Nun ins Zelt zu Annenmaykantereit aus Deutschland. Ein sehr junges Publikum sang fast vom ersten Ton an mit. Der junge charismatische Sänger und seine eigenwillige Band mit ebensolcher Musik begeisterte.

Vor dem Auftritt von Passenger war die Hauptbühne einfach leer, kein Equipement. Dann trat er auf, der sympathische junge Engländer und erklärte schnell, er sei alleine auch ohne Sampler und Loops ob das OK sei und das Publikum muss etwas ruhiger sein. Das war für das Publikum OK und Passenger packte das Publikum über mehr als eine Stunde und begeisterte auch die Skeptiker. Er rockte den Gurten mit einer akustischen Gitarre und seiner Stimme und das Publikum sang mit und liess den Gurten in einem Lichtermeer erstrahlen. Das Highlight des Freitags.

Noch einen Abstecher ins Zelt zu Wanda aus Österreich. Er war nicht so schräg wie er angekündigt wurde, aber solide und eigenwillig sang er seine Lieder und wie bei Annenmaykantereit begeisterte er ein sehr junges Publikum das seine Lieder mitsang.

SAMSTAG

Heute starteten Major B aus Interlaken die Waldbühne. Toller Sound, guter Mundartrock, auch mal mit unbequemen Texten. Funky und sogar ein bisschen jazzig. Ohren offenhalten.

Nachher begeisterten 77 Bombay Street auf der Hauptbühne. Schon das Outfit verblüffte, keine Uniformen mehr und die 4 Brüder traten offensiver auf, aktiv und rockten richtig los. So machen 77 Bombay Street Spass.

Anna Känzig auf der Waldbühne enttäuschte viele. Schöne Stimme, wuchtige Bässe und tolle Elektroeffekte, aber Anna blieb irgendwo flach und farblos. sie war auch sehr statisch und so sprang der Funke nicht zum Publikum.

Bastille auf der Hauptbühne gehörten auch eher zu den langweiligen Bands des Festivals. Zuviel Elektro und zuwenig kreativ im Auftritt in den Variationen der Musik.

Hecht auf der Waldbühne gehörten dann wiederum zu den Abräumern. Sie gaben ein tolles Konzert und konnten das Publikum vom ersten Ton begeistern und als sie den ganzen Waldbühnenhang hinuntertanzten hatten sie es im Sack, das Publikum.

Bastian Baker im Zelt begeisterte sein Publikum ebenfalls, er war aber etwas sehr selbstverliebt. Begeistert hat aber seine tolle Band.

Ein stiller Abräumer war Travis auf der Hauptbühne. Die Schotten spielten mit aufgestellten Verstärkern um sich herum und Mikrofon mit Kabeln. Sehr sympathisch erklärte der Sänger die Songs, spielte mit dem Publikum auf seine besondere Art. Es war ein unaufgeregtes, einfaches und berührendes Konzert.

Nun zum letzten Tag, dem Sonntag. eröffnet wurde der Tag auf der Hauptbühne mit dem Comedian Kaya Yanar und einem ausschnitt aus seinem Programm „Reiz der Schweiz“. Meines ist es nicht, die Leute hatten teils Freude und es passt nicht unbedingt ans Gurtenfestival. Mehr sage ich nicht.

Zum Glück ging es dann mit Musik weiter auf der Waldbühne und Marius Bär.  Der Appenzeller überzeugte mit seiner souligen Stimme und einer Songauswahl von englisch und Mundart und ein paar Coverversionen. Keyboard und Schlagzeug unterstützten den guten Gitarristen und Sänger hervorragend.

Weiter mit Soul auf der Hauptbühne und John Newman. Tolle Musik und tolle Stimmen rissen das Publikum an diesem heissen nachmittag mit. Sein Gehabe kühlte es aber wieder ab.

Nickless, ein eigentlicher Newcommer rockte die Waldbühne mit seiner Band und machte das ausgezeichnet. Wenn er so weitermacht wird er bald zu den Grossen gehören.

James Bay tat das gleiche auf der Hauptbühne. wer Angst hatte, dass es nur Schmusesongs gibt, hatte vergeblich Angst. James Bay kann dazwischen auch rocken und überzeugte.

Rudimental übernahmen als nächste die Hauptbühne und hämmerten ihren Drum and Bass mit viel Melodien. Tolles Konzert, wusste nicht das Drum and Bass so unterhaltend sein kann.

Als letztes auf der Zeltbühne legten Caravan Palace mit ihrer Art von Elektroswing los. neben der Elektronik wurde gegeigt, verschiedene Instrumente geblasen, Klavier gespielt, gesungen und getanzt. Danke das ich diesen Tipp bekam.

FAZIT

es war musikalisch ein tolles vielseitiges Festival und es gab viel zu entdecken und einiges zu relativieren. Danke Gurtenfestival

Fredi Hallauer

Hier sammeln sich die Links und Informationen von Künstlern welche am Gurtenfestival 2016 spielen und im letzten Jahr hier eine Besprechung von CD, Konzert oder Interview hatten, in alphabetischer Reihenfolge.

ANNA KAENZIG https://musikch.wordpress.com/2016/03/19/anna-kaenzig/

BASTIAN BAKER https://musikch.wordpress.com/2015/10/31/bastian-baker/

THE CHIKITAS https://musikch.com/2016/05/07/the-chikitas

HALUNKE https://musikch.com/2016/05/16/halunke

MAJOR B https://musikch.com/2016/08/10/major-b/

NICKLESS https://musikch.wordpress.com/2016/04/04/nickless/

PABLOPOLAR https://musikch.wordpress.com/2015/10/09/pablopolar/

THE TWO ROMANS https://musikch.wordpress.com/2016/02/04/the-two-romans/

https://musikch.com/2016/06/16/the-two-romans-2/

YOKKO https://musikch.wordpress.com/2016/03/23/yokko/