HEINRICH MUELLER UND BAND

Live in der Mühle Hunziken am 20. Januar 2018

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Heinrich Müller und seine vier Musiker kamen auf die Bühne und strahlten sofort viel Sympathie und Gemütlichkeit aus. Die Musiker entpuppten sich bald als Tausendsassas, welche jede Stilart, von romantisch bis zu rockig, afrikanisch bis Country, Dschungel bis mystisch spielen konnten. Heinrich Müller hatte eine rote Jacke an und bemerkte, manchmal muss man auch über sich lachen können. Er war gut bei Stimme und sang hervorragend. Ein drittel der Lieder waren von Bruce Springsteen, die anderen aus seiner Feder. Jeden song erklärte er genau, damit man das gesungene englisch besser verstand, und es war eine grosse Hilfe. Er tanzte auf der Bühne, kam auch mehrmals zum Publikum herunter und bot eine Show. Er ist der sympathische Sänger mit guten Liedern, der geborene Showman ist er nicht und so wirkten seine Bewegungen manchmal etwas unbeholfen. Das Konzert zählte trotzdem zu den sehr guten Konzerten und es lohnt sich ihn zu hören den „As Long As I Can Sing“ ist für einen 72jährigen Musikern sicher Autobiographisch.

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Fredi Hallauer

TARAF DE BERNE

Album: „Lautareasca Elvetia“ (Narrenschiff)

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Das Quartett aus Bern widmet sich ganz der rumänsichen Volksmusik. Mit Geige, Gitarre, Akkordeon und Kontrabass nehmen sie diese Aufgabe wahr. Die 12 Stücke fahren meistens in die Beine, eignen sich aber auch zum Zuhören. Da sind Suiten dabei von neun und sieben Minuten, aber auch Tänze so um die drei Minuten. Die Musik ist hervorragend gespielt und sie tönen nicht anders als die guten rumänsichen Gruppen die ab und zu hier zu hören sind. In der Volksmusik sind Taraf De Berne sicher richtungsweisend.

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BLUEZ BALLZ

Live: In der Alti Moschti Mühlethurnen am 19. Januar 2017

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Die Alti Moschti hat gerufen dass wieder Blues gespielt wird und das Publikum ist erschienen um die hervorragenden Bluez Ballz aus Bern und Basel zu hören. Das Trio ist seit 14 Jahren unterwegs und das erstemal in der Moschti in Mühlethurnen. Der Gitarrist und der Bassist sind die Urgesteine des Trios und der Schlagzeuger wurde einmal gewechselt. An diesem Abend stand sogar ab und zu eine Backgroundsängerin mit auf der Bühne. Bluez Ballz eröffneten mit ihrem elektrischen Blues zwischen Texas Shuffle und Blues Rock, dazwischen auch Country Blues oder Blues aus einer anderen Gegend. Der Bassist liess es grooven und spielte einen sehr melodiösen und gefühlvollen Bass, konnte aber auch richtige Basswirbel hervorbringen. Der Schlagzeuger legte einen soliden Rhythmusteppich aus und knallte dazwischen präzise Breaks und kurze Soli hinein. er griff auch einmal zur Bluesharp, was er ebenfalls konnte. Der Gitarrist überzeugte mit seinen verschiedensten, meist schnellen Techniken und seiner Kreativität. Sein Gesang war OK, könnte aber noch etwas mehr Ausdruckskraft vertragen. Seine Stimme und die der Backgroundsängerin rieben sich manchmal, passten also nicht optimal zusammen, nach der Pause war es etwas besser. Nach der Hälfte des ersten Sets, sattelten die Musiker auf akustische Bassgitarre und Gitarre um. Auch da überzeugten beide mit virtuosem Spiel und trotzdem blieben sie rockig. Nach der pause zuerst wieder akustisch und zum Schluss legten sie elektrisch nochmals richtig zu. Bluez Ballz darf man nicht verpassen.

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Fredi Hallauer

MATTERMANIA

Album: „Fritz“ (Narrenschiff)

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Das Trio Mattermania aus dem Aargau spielen, wie es der Name sagt, Lieder von Mani Matter. Sie haben nichts an den Texten oder Melodien abgeändert, einfach mehr Musik gibt es zu hören. Sie musizieren neben den verschiedensten Saiteninstrumenten setzen sie auch Tuba und Posaune ein. So wird Mani Matter vom „Liedlimacher“ zum Texter von Folksongs. Die Liedauswahl ist sehr breit und auch die alten Lieder wie „Parkingmeter“ gibt es wieder zu hören. Schwachpunkte gibt es dort wo sie extra die Aargauer Endung von Worten verwenden, damit es nicht mehr reimt, zum Glück nur selten. Mattermania passt bestens zu Matterlive und sie spielen ihren eigenen Stil.

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ERIKA STUCKY

Album: „Papito“ (Traumton Records)

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Erika Stucky widmet dieses Album ihrem Vater, der zu Lebzeiten Metzger war. Sie führt hier wiederum Musik Zusammen, welche sonst nicht zusammen kommt, dafür beinelt sie bekannte Songs aus. Mit dabei sind ein Violoncello, zwei Violinen, Kontrabass, Viola, Cembalo und Orgel, Theorbe und Gitarre sowie Electronics. Neben ihren Songs sind Lieder von Cole Porter, Randy Newman, Youmans (Tea For Two), Lucio Dalla, den Beatles, Billy Holiday und Stephen Sondheim zu hören. Erika Stucky übernimmt im Gesang das Grundgerüst der Melodie, verändert die Bauweise und die Musik unterlegt und verziert auf minimale Art, das Ganze. Auch die Art wie Erika Stucky singt ist vielseitig. Bei dieser Musik wird einem nicht langweilig, denn es gibt immer wieder etwas zu entdecken und obwohl es sehr unkonventionelle Musik ist, schmiegt sie sich gut in die Gehörgänge.

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HERRMANN & BRIGANTE

Album: „Dieci“

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Herrmann & Brigante wohnen beide in der Region Thun, Herrmann ist Deutscher und Brigante Italiener und sie haben zusammengefunden. Das Duo, teils mit einer Band verstärkt spielt Lieder auf italienisch, englisch und deutsch. Fünf Lieder sind von Herrmann und fünf von Brigante. Die beiden Stimmen harmonieren. Das Duo spielt altmodischen Pop, und das positiv gemeint, nämlich handgemacht und wirklich gesungen ohne Tunings. Die italienischen Canzoni erinnern an die alten Cantautore, die englischen sind schöne Radiopopsongs und das deutsche Lied hat ferne Anleihen von sanften Toten Hosen Liedern. Etwas schwierig ist beim Hören, dass man beim schwelgen im italienischen plötzlich englisch geweckt wird, aber italienisch kommt ja wieder. Dieci ist eine CD für unbeschwerte Stunden.

Fredi Hallauer

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11Ä

Album: „Hie“ (Equipe Music)

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Der Name der Künstlerin muss Elfä ausgesprochen werden, also für nicht Berner Elfe. Das ist nicht das einzige spezielle an diesem Album. Die Beats und grooves gehen meist mit hohem Tempo los und mit eigenem Sound. Elfä rappt dazu was das Zeug hält. Mit ihrer etwas tieferen Frauenstimme liegt sie etwa dort in der Stimmlage wo Nemo liegt. Also es ist Elfä und nicht Nemo. Textlich hat die junge Frau etwas zu sagen was auch gesellschaftsrelevant ist. Für mich sind die Highlights „Aus woni ha“, „Meh vo dir“ und „I läbe“, aber auch die anderen Texte sind hörenswert. Bern ist um eine Stimme reicher, welche sogar noch etwas zu sagen hat.

Fredi Hallauer