BEAT HUGI, THOMAS AESCHBACHER

Buch und Doppel-CD „Langnauerli, Stöpselbass, Schwyzerörgeli (Weber Verlag)

Wie es der Titel sagt geht es hier um Örgeli, deren Fabrikanten, Spieler*innen, Örgelidoktoren und vielem mehr. Beginnen wir am Anfang. Dies ist ein Buch mit 440 Seiten und zwei beiliegenden prallgefüllte CD’s.

Beginnen wir beim Buch. Die Autoren sind der erfahrener Journalist und Kulturschaffende Beat Hugi und der Örgelimusiker Thomas Aeschbacher, Sohn des Werner Aeschbachers. Dieses Buch kann man entweder von vorne bis hinten durchlesen oder man kann darin stöbern und sich leiten lassen, wo man hängen bleibt. Ich blieb von vorne bis hinten hängen und fand das ganze Buch sehr interessant. Zuerst werden die Geschichte und die Unterschiede von Langnauerli, Stöpselbass. Schwyzerörgeli, Halbwiener- und Wienerorgel aufgezeigt. Dann kommt Werner Aeschbacher zum Zuge, welcher über seine Örgeli und Orgeln erzählt und über die Musik. Er erzählt nicht nur selber, sondern andere erzählen über ihn. Das nächste Kapitel ist dem Familiensound Aeschbacher gewidmet, nämlich Werner und Thomas Aeschbacher. Beide sind Örgelifreaks und suchen immer wieder nach neuen Klängen in der Örgelimusik. So geht es dann weiter mit Thomas Aeschbacher und seiner vielseitigen musikalischen Erfahrung. Dazwischen werden kurze Statements von prominenten Menschen zu Örgelimusik und den Musikanten abegegeben, so von Franz Hohler, Walter Däpp, Karl Rechsteiner, Andi Gabriel, Madlaina Janett, Corin Curschellas, Pedro Lenz und einigen mehr. Im Buch wird von Örgelitreffen erzählt, von den verschiedensten Örgeliwerkstätten und das immer konkret, indem sie ein Örgeli auch von innen betrachten. Viele Örgeler und Örgelerinnen werden porträtiert, darunter die bekannten Namen wie Rees Gwerder, Martin Nauer, Daniel Schmidig, Seebig Schmidig, den Mosibuäbä, Res Schmid und die jüngere Generation wie Markus Flückiger, Dominik Flückiger, Marcel Oetiker, Kristina und Evelyn Brunner, Albin Brun, Simon Dettwiler und auch da einigern weiteren. Zum Schluss folgt ein Glossar mit vielen Begriffen, Musikant*innen, Filmen, Anlässen und was so dazugehört. Wie bereits geschrieben, das Buch ist sehr interessant, es ist im Erzählton gehalten und kein Lehrbuch, obwohl man viel lernt beim Lesen.

Die CD’s. Auf der CD1 ist eine Art Symphonie enthalten mit 17 Sätzen, live gespielt vom Ländlerorchester 2020 mit Thomas Aeschbacher und elf Musiker*innen. Dann sind vier Stücke mit Thomas Aeschbacher zu hören, einmal mit dem Traktorkestar, dreimal mit Pflanzplätz. Es geht dabei um neue Formen der Örgelimusik. Als letztes Stück geht es dann in die elektronische Umsetzung, indem das Örgeli geloopt wird, elektronisch verändert und dazu noch ein Elektroniker mit seinem elektronischen Drumset kommt, die Rede ist von Adsrian Würsch und Timo Wild.

Auf der CD 2 sind 30 Stücke von den verschiedensten Formationen und Musiker*innen zu hören. Die Aufnahmen entstanden zwischen 1919 (ein Stück) und 2020, meistens aus den letzen 40 Jahren. Beide CD’s sind interessant und geben eine tolle Übersicht was mit so einem kleinen Kistlein alles möglich ist.

Fredi Hallauer

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