DAS SELTENE ORCHESTER

Album: „Ins Blaue“

Das selten Orchester besteht aus vier Streicherinstrumenten, vier Blasinstrumenten, einem Hackbrett, einem Piano, einem Kontrabass und einem Schlagzeug. Die Idee hatten die beiden Leiterinnen Chili Romer (Alt- und Sopransax, Kalimba) und Laura Schuler (Violine). Dieses Album erschien jetzt, wurde aber bereits vor zwei Jahren aufgenommen. Personell sind Veränderungen zum aktuellen Auftritt auszumachen, was der Musik und dem Klang des Orchesters aber keinen Abbruch tut. Die Musik auf dem Album ist konkreter, bzw die frei improvisierten Teile kürzer, so wird das Ganze zum Hören für eine breitere Hörerinnenschaft zugänglich. Die acht Stücke gehen bis fast 16 Minuten lang, also es bleibt richtig Zeit das Kopfkino in Betrieb zu nehmen. Was das Seltene Orchester genau spielt ist weiter unten im Konzertbericht nachzulesen. Dieses Album ist nur zum Hören geeignet, also hören, hören hören und nicht nebenbei lesen, Hausarbeit oder sonst etwas machen. Selbstverständlich kann man es zum Hören auch geniessen.

Fredi Hallauer

Live: Albumtaufe „Ins Blaue“ im BeJazz Club am 25. April 2019

Bild Fredi Hallauer

Das Seltene Orchester besteht aus 12 MusikerInnen und Musikern. an diesem Abend standen fünf Frauen und sieben Männer auf der Bühne. Selten ist das Orchester, da es eine ungewöhnliche musikalische Besetzung aufweist und noch ungewöhnlichere Musik spielt. Es gehören ein Streichquartett dazu, dann vier Bläser (zwei Saxophone und Trompete/Flügelhorn und Posaune und dann noch Schlagzeug, Kontrabass, Hackbrett und Piano. Nun durfte man gespannt sein. Das Konzert begann mit einzelnen Tönen der BläserInnen, langsam zupften die StreicherInnen etwas dazu, der Schlagzeuger klopfte da und dort etwas. Das Stück steigerte sich zu emotionalen Ausbrüchen aller Instrumente, zog sich in freie Improvisation zurück um dann mit Chorus zu Enden. Ja welches Stück welches war, spielte keine Rolle, denn Titel wurden keine angesagt, man konnte sich einfach ganz der musikalischen Ausdruckskraft des Orchesters hingeben. Sie entführten das Publikum in das eigene Kopfkino mit freier Improvisation, Freejazz Eskapaden, Neo-Klassik und was auch immer. Mal fühlte man sich in einen Hühnerhof entführt, die BläserInnen gackerten und die Saiteninstrumente scharrten, dann klang das Flügelhorn wie durch einen Herbstnebel. Dort war es traurig, da war es witzig, hier romantisch und alles was zu Emotionen gehörte.

Bild Fredi Hallauer

Das Orchester spielte ab Blatt, trotzdem fanden alle Instrumente eine Platz für ein Solo. Beeindruckend war der Klang des Wespennestes, welche der Hackbrettspieler hervorbrachte. Dies war keine einfache Musik, die es hier zu hören gab, aber wer sich einfach durch die Klangwelten entführen liess, ging mit einem spannenden Erlebnis im Ohr und einem interessanten musikalischen Abend von experimentierfreudigen jungen MusikerInnen nach Hause.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

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