LAKELAND FESTIVAL ERLACH

Das 1. Lakeland Festival fand vom 12. bis 14. August in Erlach am Bielersee bei schönstem Wetter statt. Das Festivalgelände war zwei geteilt. Zum einen die freie Zone mit der Lakelandbühne auf welcher dann am Sonntag alle Konzerte gespielt wurden. Die Hauptbühne war eingezäunt und abgeschirmt und dort fanden die Hauptacts statt. Dazwischen waren die Verpflegungsstände in der freien Zone. Die Lakelandbühne bot wunderschöne Stimmungen mit dem See und man konnte sich auch Konzerte im See schwimmend anhören. Wo gibt es das schon?

FREITAG

Die Stimmung bei den Silverhead, bei eben dieser Lakelandbühne, war bereits einmalig. Abendsonne am See und dazu die sympathische Band, welche eine Eagles Coverband ist. Sie spielten sich durch die ganze Breite des Repertoires der Eagles, ohne diese einfach zu kopieren, aber auch nicht zu verfremden. Intros und Soli waren kreativ und eigenständig. Das Publikum ging mit.

Es folgte auf der Hauptbühne Me.Man.Machine, welche einen schweren Stand hatten vor den Status Quo und Foreigner zu spielen. Ihre schwache Bühnenpräsenz trug das ihre dazu bei, die anspruchsvolle Musik der Band nicht gut genug beim Publikum ankommen zu lassen.

Nun kam der Moment auf den wahrscheinlich alle gewartet haben, die Status Quo betraten die Bühne. Anstelle des erkrankten (Herzinfarkt) Gitarristen Rick Parfitt spielte Freddie Edwards der Sohn des Bassisten John „Rhino“ Edwards. Freddie Edwards konnte voll mithalten und musikalisch erlitt das Konzert keine Einbussen. Status Quo hämmerte sich durch die Hits und Songs wie eh und je. Sie zeigten eine wahnsinnige Spielfreude und Witz, der nicht einstudiert war, denn einen Überfall von Stechmücken gibt es nicht an jedem Konzert, aber auch das meisterten die Status Quo mit Hilfe eines Antimückensprays aus dem Publikum grandios. Das ziemlich ältere Publikum, wen wunderts, klatschte und sang ab dem ersten Song mit. Beim Hüpfen klappte es nicht mehr so gut, sowohl beim grösseren Teil des Publikums wie bei den Musikern auf der Bühne. Das ist ihre letzte elektrische Tour und war wahrscheinlich auch das letzte Openair Konzert (zumindest in der Schweiz). Es war ein tolles und würdiges Konzert.

Es folgten die Foreigner, welche etwas jünger sind als Status Quo. sie boten eine tolle Bühnenshow. Was Anfangs etwas schrill wirkte entwickelte sich zum Guten. Die Band besteht aus Rampensäuen und so überzeugten sie mit ihrer Präsenz und ihrer Musikalität. Tom Gimbel, der Rhythmusgitarrist und Keyboarder spielte auch die Querflöte und das Saxophon und dies alles auf hohem Niveau. Der Gründer der Band Mick Jones kam als Gast ebenfalls auf die Bühne und spielte tatkräftig mit. Das Publikum ging mit und sang beim Hit „Urgent“ kräftig mit. Beim Schlagzeugsolo, schüttete der Schlagzeuger Wasser über seine Küche und mit der entsprechenden Beleuchtung gab es herrliche Licht/WasserKaskaden. Es war ein schöner Abend.

SAMSTAG

Das Urban Folk Quartet begeisterte auf der Lakeland Bühne. Mit Perkussion, Banjo, Gitarre und einer oder zwei Fiddles zauberten sie lebendige Folkmusik auf die Bühne. Von diesen Virtuosen wird man sicher noch hören. Teils schreib der Perkussionist die Stücke für die Saiteninstrumente.

Auf der Hauptbühne spielten Miraval, der Sänger zwischen Frankreich und der deutschen Schweiz. Mit seiner bluesigen rauchigen Stimme sang er Blues, Pop und Chansons. Er kämpfte gegen die Lethargie des Publikums, welches bereits aus eingefleischten Gölä AnhängerInnen bestand, welche ihren vorderen Platz verteidigten.

Es folgten Shadox aus Biel mit ihrem Bluespop. Sie standen musikalsich sicher auf der Bühne und präsentierten ihr können, aber auch sie hatten ein eher lethargisches Publikum vor der Bühne, dazu war es ziemlich heiss.

Weiter mit Blues ging es mit Philipp Fankhauser und seiner Band. Die gosse Formation bot ein solides gutes Konzert vor einem Gölä Publikum und einigen, welche wegen der Blues Brothers Band kamen. Am Keyboard war ein neuer Mann, der musikalisch nicht zur Geltung kam. Sonst war die Band gewohnt gut besetzt. Irgendwie ging aber die Dynamik der Musik verloren, im Vergleich zu Clubkonzerten wurde ein ziemliches Brett gefahren. Philipp Fankhauser selber sang mit starker Stimme und spielte herrlich Gitarre.

The „Original“ Blues Brothers Band begann ihr Konzert mit Instrumentalnummern und das routiniert aber ohne viel Herzblut. Nach etwa 20 Minuten traten die Sänger dazu und dann ging die Post ab. Die Band mit den Sängern groovte sich wundervoll durch all die Songs die vom Film bekannt sind.

Nun kam er, auf den viele seit dem Nachmittag warteten, Gölä. Aber vor seinem Auftritt wurde sein neuestes Video auf den Screens gezeigt und das Publikum sang bei diesem neuen Lied begeistert mit. Dann zündete Gölä mit seiner Band das Feuerwerk und sie spielten sich durch seine Mundartsongs, wobei der grösste Teil des altersdurchmischten Publikums vom ersten bis zum letzten Ton mitsangen. Gölä war ziemlich beeindruckt von seinem Publikum und so war es ein tolles Konzert mit einer ganz besonderen eindrücklichen Stimmung.

SONNTAG

Für den Sonntag wurden alle Konzerte auf die Lakelandbühne verschoben. Anna Rossinelli und ihre Band begeisterten an diesem heissen Nachmittag auch die Schwimmer im See, es war nämlich möglich das Konzert aus dem Wasser heraus zu hören. Obwohl es extrem heiss war hüpften die Musiker auf der Bühne und auch ein paar Personen im Publikum.

Troubas Kater spielten dann mit einer grösseren Verspätung, da der Bühnenumbau bei dieser kleinen Bühne nicht so schnell ging wie bei der Hauptbühne. Auch sie gaben alles was bei der Hitze möglich war und nach bereits einem Konzert vorher am Heiteren Openair.

Mit weiterer Verspätung und andauernder Hitze stand dann Nicole Bernegger auf der Bühne und bei bester Laune sang sie ihre Songs, teils in einem neuen Gewand, vor einem sichtlich langsam erschöpften Publikum.

Fredi Hallauer

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